Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Und jetzt ist die Bahn am Zug

Dominik Buholzer über Unternehmen im Stil von Uber und Airbnb.
Dominik Buholzer, Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Früher galt einmal: Für was ein Unternehmen steht, das besitzt es auch. Was wie ein Widersinn tönt, ist heute durchaus möglich. Es gibt mittlerweile Taxiunternehmen ohne Fahrzeugflotte (Uber), Wohnungs- und Apartmentvermittler ohne eigene Immobilien (Airbnb) oder Carunternehmen ohne Busse (Flixbus). Flixbus hat in den vergangenen Jahren in Europa den Markt aufgemischt und steigt nun ins Zuggeschäft ein. Ab Ende März bedient die Firma unter dem Namen Flixtrain zuerst die Strecke von Hamburg nach Köln. Ab April soll eine Verbindung von Stuttgart über Frankfurt und Hannover nach Berlin folgen. Zunächst bietet Flixtrain auf beiden Strecken nur eine Verbindung pro Tag an, im Sommer soll dann die Kadenz erhöht werden. In der Schweiz bleibt dies noch Zukunftsmusik, zuerst einmal müssten die entsprechenden gesetzlichen Bedingungen geschaffen werden, dies ist im Gegensatz zu Deutschland noch nicht der Fall.

Unternehmen wie Flixbus, Uber oder Airbnb zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen von Banken und Dritten viel Geld zur Verfügung gestellt wird; finanzielle Mittel, die freilich nicht lange hinhalten. Uber hat sich zu einer wahren Geldvernichtungsmaschine entwickelt. 2017 belief sich der Verlust auf stolze 36 Milliarden Euro. Auch bei Flixbus galt bislang die Maxime «Wachstum vor Profit»; 2017 schaute dann erstmals nicht nur in Deutschland ein Gewinn raus. Den schrieb 2017 auch Airbnb (100 Millionen US-Dollar). Investoren mögen solche Unternehmen als innovativ bezeichnen. Letzten Endes handelt es sich um nichts anderes als um digitalen Kapitalismus amerikanischer Prägung, der die Risiken, sprich einen Grossteil der Personalkosten, an Subunternehmer auslagert und den Fokus auf Technik und Verkauf richtet. Letztere sind zwar auch personalintensiv, aber bei weitem nicht dermassen, wie wenn etwa bei Flixbus auch noch die Kosten für Chauffeure und Unterhalt dazukommen würden. Und was haben wir als Kunden davon? In jenen Bereichen, in die sich diese Firmen reindrängen, sinken in der Regel die Preise, auch weil bisherige Branchenleader zum Handeln gezwungen werden. Und plötzlich ist auch wieder die Rede von Service (App für Taxiunternehmen, WLAN in Bussen oder Zügen). Das ist immerhin etwas. Konkurrenz belebt eben immer noch das Geschäft.

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.