Unternehmen in Bewegung

41000 Schweizer Unternehmen haben letztes Jahr ihr Domizil gewechselt. Zug, Thurgau und Luzern verzeichnen die grösste Nettozuwanderung. Die meisten Arbeitsplätze entstanden in Zug, Luzern und Waadt.

Stefan Borkert
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Jeden Tag haben 2018 im Durchschnitt 17 Schweizer Firmen ihr Domizil in einen anderen Kanton gezügelt. Noch stärker als national ist die Firmenlandschaft kantonal in Bewegung. Immerhin ­haben fast 35000 Unternehmen innerhalb ihres Kantons den Firmensitz geändert. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Crif hervor. Im aktuellen Bericht heisst es, dass vergangenes Jahr rund 41000 bestehende Firmen ihr Domizil innerhalb der Schweiz verlegt haben. 84,5 Prozent der Wechsel erfolgten innerkantonal. Die Agentur stützt sich auf Daten des Handelsregisters.

Spannender Thurgau

Die grösste Nettozuwanderung aus anderen Kantonen verzeichneten demnach der Kanton Zug mit 119 Firmen, gefolgt vom Thurgau (106), Luzern (89) und Wallis (62). Vergleiche man die kantonalen Gewinnsteuersätze, so sei ersichtlich, dass die ersten drei Kantone in der Rangliste über tiefe Sätze verfügen, gibt Crif-Sprecherin Heidi Hug Auskunft. Von 2017 gibt es keine Vergleichszahlen. Aber eine ­Erhebung aus den Jahren 2008 bis 2015 zeige ein ähnliches Bild, sagt Hug.

Die aktuelle Auswertung ergab weiter, dass der Kanton Zug vor allem Firmen aus Zürich (272), Schwyz (85), Luzern (78) und Aargau (42) angezogen habe. «Spannend finde ich den Kanton Thurgau», sagt Hug. Der Thurgau profitierte von Zugängen aus den Kantonen Zürich (94) und St. Gallen (84). Der Kanton Luzern verzeichnete die meisten Nettozuzüge aus Zug (89), Zürich (80) sowie Aargau und Nidwalden mit je 39 Firmen. Die höchste Nettoabwanderung sei im Kanton Zürich mit minus 139 Firmen registriert worden. Es folgen Bern (–81), Basel-Stadt (–70) und das Tessin (–44).

Bewegung herrscht auch bei den Arbeitsplätzen. Hier spiele die Grösse der Firma oder deren Rechtsform eine Rolle. Beispielsweise habe der Kanton Genf eine Nettoabwanderung bei der Anzahl Firmen verzeichnet. Genf habe jedoch bei der Zahl der neu dazugekommenen Mitarbeitenden punkten können, sagt Hug.

Begehrter Kanton Zug

Der Kanton Zug registrierte mit 1839 Mitarbeitern den grössten Nettozuwachs. Den Hauptanteil machten Aktiengesellschaften aus mit 1770 Mitarbeitenden, gefolgt von Genossenschaften (173) und Stiftungen (81). Hug erklärt weiter, dass im Kanton Luzern 1309 mehr Mitarbeitende registriert worden seien. Davon arbeiten 1247 in AG und 299 in GmbH. Den grössten Rückgang an Mitarbeitenden verzeichnet, gemäss Bericht, hingegen der Kanton Aargau (–2573) gefolgt von Zürich (–1433) und Bern (–1139). Interessant sei die Entwicklung des Nettowachstums bei den Beschäftigtenzahlen in der Westschweiz, sagt Hug. Hier finde sich der Kanton Waadt mit 716 Mitarbeitenden an der Spitze, gefolgt von Freiburg (484), Wallis (263), Genf (182) und Jura (65). Neuenburg ist der einzige welsche Kanton mit einem Rückgang an Mitarbeitenden (–149).