Frankenstärke
Unternehmer Peter Spuhler bangt um Arbeitsplätze

Hält die Euroschwäche an, ist der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail von Unternehmer Peter Spuhler gezwungen, Züge, die er eigentlich in der Schweiz bauen wollte, in den Werken in Polen oder Ungarn herzustellen.

Philipp Mäder und Christian Dorer
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Eine Auslagerung ins Ausland ist für SVP-Nationalrat Peter Spuhler kein Tabu (Archiv)

Eine Auslagerung ins Ausland ist für SVP-Nationalrat Peter Spuhler kein Tabu (Archiv)

Keystone

Stadler Rail exportiert zwei Drittel seiner Schweizer Produktion ins Ausland - und leidet deshalb massiv unter dem starken Franken. Nun kann Firmeninhaber und SVP-Nationalrat Peter Spuhler drastische Massnahmen nicht länger ausschliessen: «Wenn die Schwäche des Euros weiterhin anhält, sind wir gezwungen, Züge, die wir eigentlich in der Schweiz bauen wollten, in einem Schwesterwerk in Polen oder Ungarn herzustellen», sagt er der az.

Bis Mitte 2013 seien die Schweizer Werke von Stadler Rail gut ausgelastet, sagt Spuhler. Doch für die Zeit nach 2013 müsse das Unternehmen noch dieses Jahr Aufträge gewinnen. «Gelingt uns das nicht, weil wir wegen des starken Frankens zu teuer geworden sind, müssten wir im schlimmsten Fall Arbeitsplätze in der Schweiz abbauen.» Auch wenn ihn dies als Vertreter des Werkplatzes Schweiz schmerzen würde.

Doch Spuhler will nicht einfach warten, bis der Euro wieder stärker und seine Züge im Ausland damit günstiger werden. Nächste Woche wird er zusammen mit SVP-Stratege Christoph Blocher eine Pressekonferenz organisieren: «Exponenten des SVP-Wirtschaftsflügels werden Vorschläge präsentieren, um die aktuelle, dramatische Währungssituation zu entschärfen», kündigt er im Interview an. Zudem müsse Stadler Rail die Kosten weiter senken.