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«Unterschiedliche Vorstellungen»: Rigi-Bahnen-CEO Stefan Otz nimmt den Hut

Der Verwaltungsrat der Rigi Bahnen AG und deren CEO Stefan Otz haben beschlossen, ihre Zusammenarbeit per sofort zu beenden. Die operative Führung der Rigi Bahnen wird ad interim vom bisherigen Leiter Dienste und Vizedirektor Marcel Waldis übernommen.
Maurizio Minetti
Stefan Otz beendet seine Tätigkeit als CEO der Rigi Bahnen AG im gegenseitigem Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat per sofort. (Bild: Pius Amrein, Rigi Staffel, 19. Oktober 2017)

Stefan Otz beendet seine Tätigkeit als CEO der Rigi Bahnen AG im gegenseitigem Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat per sofort. (Bild: Pius Amrein, Rigi Staffel, 19. Oktober 2017)

Stefan Otz ist nicht mehr CEO der Rigi Bahnen. Man habe am Donnerstagabend im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden, sagt Verwaltungsratspräsident Karl Bucher. Er begründet den Entscheid mit «unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung».

Der Abgang überrascht, zumal in weniger als zwei Wochen die Generalversammlung ansteht. Wie aus dem Umfeld der Rigi Bahnen zu entnehmen ist, soll das Verhältnis zwischen CEO und Verwaltungsrat schon seit längerem getrübt gewesen sein. Verwaltungsratspräsident Karl Bucher räumt ein, dass dem Entscheid ein längerer Prozess vorangegangen sei. «Wir haben in den letzten Monaten versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Leider ist uns das nicht gelungen.»

Der 53-jährige Stefan Otz, der zuvor Tourismusdirektor in Interlaken war, hat seit seinem Antritt im Herbst 2016 den Veränderungsprozess der Rigi Bahnen vom Bahn- zum Tourismusunternehmen stark geprägt. Jahr für Jahr konnte er Rekordzahlen präsentieren, zuletzt Anfang April: 2018 beförderten die Rigi Bahnen knapp eine Million Personen auf die Rigi – 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gleichzeitig hat Otz mehrere Ausbauprojekte vorangetrieben. In Vitznau wird für 6 Millionen Franken ein neues Dienstleistungszentrum realisiert. Für 38 Millionen Franken werden neue Züge beschafft. Schliesslich müssen die Rigi Bahnen die Luftseilbahn von Weggis auf Rigi Kaltbad ersetzen. Die geplante Gondelbahn dürfte bis zu 20 Millionen Franken kosten.

«Disneyisierung» gestoppt

Die Ausbauprojekte und der stärkere Fokus auf ausländische Gäste sorgten aber insbesondere in der lokalen Bevölkerung für Kritik. Anwohner wehrten sich in den letzten Jahren vor allem gegen geplante Attraktionen. So wurde im Oktober 2017 eine Petition lanciert, die die «Disneyisierung» der Rigi stoppen sollte. Daraus ist im Sommer 2018 ein Verein entstanden, der sich für den Erhalt der Werte auf der Rigi einsetzt. Und auch der Bau der Gondelbahn erntet Kritik von Landschaftsschutzverbänden.

Verwaltungsratspräsident Bucher bestreitet, dass die Kritik an den Projekten zum Bruch mit dem CEO geführt haben soll. Die Planung dieser Projekte habe schon vor dem Amtsantritt von Otz angefangen. «Verwaltungsrat und CEO waren diesbezüglich immer auf einer Linie.» Der Prozess einer Charta, die unter Einbezug mehrerer betroffener Kreise die Entwicklung der Rigi bis 2030 verbindlich regeln soll, sei durch den Abgang von Otz nicht gefährdet, sagt Bucher.

Was genau zur Trennung geführt hat, sagt Bucher nicht. Er versichert, es habe zwischen dem CEO und dem Verwaltungsrat keinen Streit gegeben. Bucher: «Stefan Otz hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren intensiv für die Rigi Bahnen eingesetzt. Wir sind dankbar für seine Arbeit. Nun müssen wir wieder nach vorne schauen.»

Nachfolger wird gesucht

Bis ein Nachfolger für Otz gefunden ist, wird Marcel Waldis als interimistischer CEO die operativen Geschäfte der Rigi Bahnen führen. Der aktuelle Vizedirektor und Leiter Dienste ist laut Bucher ein sehr erfahrener Fachmann, der das Unternehmen seit vielen Jahren kennt. Der Verwaltungsrat werde nun möglichst schnell mit der Suche eines Nachfolgers für Otz beginnen. Dieser wird für die neue Strategieperiode zuständig sein, die von 2020 bis 2024 dauert.

Stefan Otz selbst konnte heute nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Über die Abgangsmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Konkurrenzverbot hat er laut Bucher nicht. In der kommenden Woche werde sich Otz bei den Mitarbeitern an allen Stationen der Rigi Bahnen persönlich verabschieden.

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