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UNTERSUCHUNGSHAFT: Pierin Vincenz' Bankkonten sind gesperrt

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sitzt seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. Seine Bankkonten wurden gesperrt. Auch seine Familie soll betroffen sein.
Richard Clavadetscher
Pierin Vincenz sitzt seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. (Bild: keystone)

Pierin Vincenz sitzt seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. (Bild: keystone)

Strenges Haftregime, Isolation während 23 Stunden am Tag, Unklarheit über die Dauer der Haft – für Betroffene ist eine Untersuchungshaft in aller Regel nicht leicht zu ertragen. Das gilt sicher auch für den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

Nun wurde zudem bekannt, dass gleichzeitig mit der Verhaftung Vincenz' sämtliche Konten des Ex-Bankers blockiert wurden: Geld könne nicht mehr transferiert werden. Der Sprecher Vincenz' bestätigte dies gegenüber "Inside Paradeplatz": Der Vorgang sei normal bei Untersuchungshäftlingen. Das Portal für Nachrichten aus der Finanzbranche berichtet weiter, dass von den Kontensperrungen auch Vincenz' Frau Nadja Ceregato, langjährige Rechts- und Compliance-Chefin bei Raiffeisen, und seine beiden volljährigen Töchter betroffen seien.

Es klingt widersprüchlich: Obwohl für einen Untersuchungshäftling die Unschuldsvermutung gilt, ist das Haftregime der Untersuchungshaft streng – strenger als für verurteilte Straftäter. Das ist dann nicht selten ein Schock für die Betroffenen: Von der Polizei abgeführt und einer Leibesvisitation unterzogen, werden sie hernach ohne Kontakt zur Aussenwelt für 23 Stunden am Tag weggeschlossen. Wie lange diese Haft dauert, ist ihnen dabei nicht zum Vornherein klar. Nicht zuletzt aufgrund der Isolation und des unklaren Fortgangs kommt es bei Untersuchungshäftlingen deshalb immer wieder zu Suiziden.

Vertrauliches Gespräch nicht möglich

Strenge Haftbedingungen, dies gilt gegenwärtig auch für Pierin Vincenz: Seine Zelle in Zürich ist zehn Quadratmeter gross, möbliert mit Tisch, Bett und Sitzgelegenheit. WC und Lavabo befinden sich ebenfalls in der Zelle – nebst Fernseher, Radio und einem Wasserkocher. Besucher sind zudem vom Untersuchungshäftling durch eine Glasscheibe getrennt, das persönliche und vertrauliche Gespräch ist nicht möglich. Untersuchungshaft wird in der Regel in Gefängnissen vollzogen, die diesem Zweck vorbehalten sind und daneben lediglich dem Absitzen kurzer Freiheitsstrafen dienen. Sie wird angeordnet, wenn eine Person dringend eines Verbrechens oder Vergehens verdächtig ist, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass sich eine beschuldigte Person durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht.

Ein weiterer Grund ist gegeben, wenn Gefahr besteht, dass die in Untersuchungshaft sitzende Person andere beeinflusst oder auf Beweis- mittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu erschweren oder zu verunmöglichen. Schliesslich soll die Untersuchungshaft auch verunmöglichen, dass eine beschuldigte Person durch schwere Verbrechen die Sicherheit anderer gefährdet. Dies, wenn sie schon früher Straftaten dieser Art begangen hat.

Immer aufs Neue zu prüfen

Immerhin kann eine beschuldigte Person nicht einfach so in Untersuchungshaft gesteckt werden. Spätestens 48 Stunden, nachdem die Polizei die Person festgenommen und in Gewahrsam genommen hat, muss die mit der Sache befasste Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft beantragen. Auch hat sie immer wieder zu prüfen, ob die Haftgründe noch gegeben sind. Die Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht ist nicht öffentlich und wird mündlich geführt. Die beschuldigte Person kann aber ausdrücklich auf die mündliche Verhandlung verzichten.

Das Gericht nimmt dabei alle verfügbaren Beweise zur Kenntnis, die geeignet sind, Tatverdacht und Haftgründe zu erhärten oder zu entkräften. Die beschuldigte Person hat auf Verlangen Anspruch auf vorgängige Einsicht in die Akten. Statt einer Untersuchungshaft kann das Gericht auch mildere Massnahmen anordnen, wenn sie denselben Zweck wie die Haft erfüllen.

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