Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

UPC-Kauf durch Sunrise auf der Kippe

Der einflussreiche US-Stimmrechtsberater ISS stellt sich gegen den Deal.
Thomas Pohl
Kann Sunrise UPC nun doch nicht kaufen? (Bild: Keystone)

Kann Sunrise UPC nun doch nicht kaufen? (Bild: Keystone)

Der Deal steht auf der Kippe. Die 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC durch den Telekomkonzern Sunrise erhält immer mehr Widerstand. Neben einigen grossen Aktionären hat sich nun auch der einflussreiche US-Stimmrechtsberater ISS gegen den Deal ausgesprochen.

ISS empfiehlt den Aktionären, die für den Zukauf geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung abzulehnen, wie aus einem Papier hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters zugespielt wurde. Offiziell will ISS seine Empfehlung erst heute veröffentlichen. Finanzanalysten und Investoren sehen die Chancen für die Übernahme schwinden. «Bereits vor der ISS-Empfehlung schienen die Nein-Sager in der Überzahl zu sein.

Nun scheint eine Zustimmung zu dem Deal noch unwahrscheinlicher», sagt etwa Berenberg-Analyst Usman Ghazi. Auch an der Börse gaben die Anleger dem Deal und der damit verbundenen Kapitalerhöhung offenbar weniger gute Chancen – die Sunrise-Aktie legte am Donnerstag knapp drei Prozent zu. Offenbar hoffen zahlreiche Investoren auf ein Scheitern des Deals. Eine Sunrise-Sprecherin erklärte, der Konzern prüfe die Einzelheiten der ISS-Empfehlung und werde diese zu gegebener Zeit kommentieren.

Entscheid fällt an der Generalversammlung

Mit dem Kauf von UPC will Sunrise Boden auf den deutlich grösseren Konkurrenten Swisscom gutmachen. Ob es dazu kommt, entscheidet sich 23. Oktober. Dann stimmen die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung über die 2,8 Milliarden Franken schwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Kaufs ab. Um diese in Angriff zu nehmen, benötigt Sunrise grünes Licht von mindestens der Hälfte der Aktionäre.

Das könnte jedoch knapp werden – zumal bei solchen Aktionärstreffen nie alle Eigentümer anwesend sind. Bei der letzten Generalversammlung im April waren nur knapp 62 Prozent des Aktienkapitals vertreten gewesen. Nach einer Erhebung von Reuters waren zuletzt Investoren mit einem Aktienanteil von über 30 Prozent gegen den Deal. Hinzu kommt nun noch die Ablehnung von ISS, der viele Pensionskassen und Anlageeinrichtungen folgen.

Die Experten begründeten ihre negative Empfehlung mit dem Kaufpreis, der aus ihrer Sicht zu hoch ist. Zudem meldeten sie Zweifel am langfristigen strategischen Wert von UPC. Der aktivistische Investor AOC, der weniger als drei Prozent der Sunrise-Aktien hält, begrüsste diesen Entscheid. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal nicht zustande kommt, sagte ein Sprecher. Doch Sunrise will einem Insider zufolge nicht klein bei geben.

In Gesprächen mit Investoren wolle das Management die Argumente von ISS widerlegen. Nun wird darüber spekuliert, ob Sunrise mit UPC-Eigentümer Liberty Global den als teuer kritisierten Verkaufspreis neu verhandelt. Ob dies Chancen hat, ist unklar. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.