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Umweltökonomie: US-Forscher erhalten Nobelpreis für Wirtschaft

Der diesjährige Wirtschafts-Nobelpreis geht an die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer. Sie werden zusammen für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovationen ausgezeichnet.
Daniel Zulauf
Nobelpreisträger: US-Ökonom Paul Romer wird zusammen mit William Nordhaus für die Erforschung des Zusammenspiels von Klimawandel und technologische Innovation mit dem Nobelpreis für Wirtschaft geehrt. (Bild: KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW)

Nobelpreisträger: US-Ökonom Paul Romer wird zusammen mit William Nordhaus für die Erforschung des Zusammenspiels von Klimawandel und technologische Innovation mit dem Nobelpreis für Wirtschaft geehrt. (Bild: KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW)

Die Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises unterstreicht Jahr für Jahr die Dominanz Amerikas in dieser Disziplin. Das altbekannte Muster wiederholte sich auch am Montag, als die Jury in Stockholm zum 50. Mal die von der schwedischen Reichsbank gestiftete Auszeichnung im Wert von umgerechnet knapp einer Million Franken verlieh. Mit dem 77-jährigen William Nordhaus von der Universität Yale und dem 62-jährigen Paul Romer von der Stern School of Business der New York University erhalten einmal mehr zwei Amerikaner die begehrte Ehrung. Die beiden Forscher hätten sich den Preis durch ihre Arbeiten in einigen der grundlegendsten und drängendsten Fragen unserer Zeit verdient: Wie kann die Wirtschaft weiterwachsen, ohne dass die Schäden an der Umwelt ein irreversibles Mass erreichen und den Wohlstand der kommenden Generationen nachhaltig schmälern?

Drei Jahre nach dem Pariser Klimagipfel erscheint die Frage drängender denn je. Damals hatten sich die 177 Teilnehmerstaaten darauf geeinigt, den globalen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Doch das Ziel droht ausser Reichweite zu geraten, wie der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ebenfalls am Montag warnte: «Wir sehen schon die Konsequenzen von einem Grad Erderwärmung, wie mehr Extremwetter, steigende Meeresspiegel, schwindendes arktisches Meereis und andere Veränderungen.» Die Zeit zum Handeln sei schon fast abgelaufen.

Die US-Amerikanerin Frances Arnold (Bild) erhielt zur Hälfte den Nobelpreis für Chemie. Sie entwickelte zusammen mit Landmann George Smith und dem Briten Sir Gregory Winter mit den Prinzipien der Evolution Proteine für Biokraftstoffe und Medikamente. Die beiden Männer erhalten je einen Viertel des mit umgerechnet 990'000 Franken dotierten Preises. (Bild: AP Photo/Damian Dovarganes (Pasadena, 3. Oktober 2018))
Nobelpreisträger: US-Ökonom Paul Romer wird zusammen mit William Nordhaus für die Erforschung des Zusammenspiels von Klimawandel und technologische Innovation mit dem Nobelpreis für Wirtschaft geehrt. (Bild: KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW)
Professor der Yale-Universität William Nordhaus erhielt zusammen mit Paul Romer den Nobelpreis für Wirtschaft. (Bild: AP Photo/Craig Ruttle)
Der US-Amerikaner George P. Smith (Mitte) erhielt den Nobelpreis für Chemie. Er entwickelte zusammen mit Landsfrau Frances Arnold und dem Briten Sir Gregory Winter mit den Prinzipien der Evolution Proteine für Biokraftstoffe und Medikamente. Frances erhielt die Hälfte, die beiden Männer je einen Viertel des mit umgerechnet 990'000 Franken dotierten Preises. (Bild: Youngrae Kim/AP (Columbia, 3. Oktober 2018))
Der Brite Sir Gregory Winter erhielt den Nobelpreis für Chemie. Er entwickelte zusammen den US-Amerikanern Frances Arnold und George P. Smith mit den Prinzipien der Evolution Proteine für Biokraftstoffe und Medikamente. Frances erhielt die Hälfte, die beiden Männer je einen Viertel des mit umgerechnet 990'000 Franken dotierten Preises. (Bild: Youngrae Kim/AP (Columbia, 3. Oktober 2018))
Der US-Amerikaner James P. Allsion (Bild) erhielt den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung von Krebs-Immuntherapien. Den Preis teilt er sich mit dem Japaner Tasuku Honjo. Die beiden Forscher entdeckten, wie sich das Immunsystem gegen einen Tumor mobilisieren lässt. (Bild: EPA/Adolfo Chavez III/MD Anderson/Handout MD Anderson Cancer Center of James P. Allison (Houston))
Der Japaner Tasuku Honjo (Bild) erhielt den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung von Krebs-Immuntherapien. Den Preis teilt er sich mit dem US-Amerikaner James P. Allison. Die beiden Forscher entdeckten, wie sich das Immunsystem gegen einen Tumor mobilisieren lässt. (Bild: Keystone/Nobuki Ito/Kyodo News via AP (Kyoto, 1. Oktober 2018))
Der US-Amerikaner Arthur Ashkin (Bild) erhielt den Nobelpreis für Physik, zusammen mit Gerard Mourou und Donna Strickland für ihre Forschung auf dem Gebiet der Lasertechnik. Er erhätl die Hälfte des Preises, seine beiden Forschungspartner je einen Viertel. (Archivbild: Nokia Bell Labs via AP (1988))
Der Franzose Gerard Mourou (Bild) erhält zusammen mit Arthur Ashkin und Donna Strickland den Nobelpreis für Physik für die Forschung auf dem Gebiet der Lasertechnik. (Bild: EPA/Caroline Blumberg (Palaiseau, 2. Oktober 2018))
Die Kanadierin Donna Strickland (Bild) erhält zusammen mit Arthur Ashkin und Gerad Mourou den Nobelpreis für Physik für ihre Forschung auf dem Gebiet der Lasertechnik. Strickland ist die dritte Frau überhaupt, die einen Nobelpreis in Physik gewinnt. (Bild: EPA/ Warren Toda (Waterloo, 2. Oktober 2018))
Der Kongolese Denis Mukwege (Bild) erhält zusammen mit Nadia Murad den Friedensnobelpreis. Der Gynäkologe hilft mit seiner Arbeit Tausenden Opfern von sexueller Gewalt. (Bild: EPA/Torleif Svensson / Denis Mukwege Foundation Handout (13. Oktober 2011))
Die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad (Bild) erhält zusammen mit Denis Mukwege den Friedensnobelpreis. Die Jesidin wurde selber Opfer von sexueller Gewalt und spricht als UN-Sonderbotschafterin über die Qualen der Opfer. (Bild: EPA/Patrick Seeger (Strassburg, 13. Dezember 2018))
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Die Nobelpreisträger 2018

Nordhaus plädiert für eine globale CO2-Steuer

Man kann es als bittere Ironie werten, dass die preisgekrönten Wachstums- beziehungsweise Umweltökonomen just aus jenem Land kommen, das im vergangenen Jahr das Pariser Klimaabkommen unter Protest verlassen hatte. Doch ebenso gut lässt sich die Ehrung als Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung amerikanischer Politik interpretieren. Sowohl Nordhaus als auch Romer sehen für die bestehenden Probleme nur globale Lösungen unter Beteiligung Amerikas.

Nordhaus erhielt die Auszeichnung für seine Arbeiten zur Entwicklung eines umfassenden Modells, mit dem sich die mit dem Klimawandel beziehungsweise mit dem Klimaschutz verbundenen Kosten und Nutzen monetär bewerten lassen. Das Modell lässt Berechnungen über die richtige Höhe einer Treibhausgassteuer zu und wurde von Nordhaus auch auf einzelne Weltregionen angewandt. Das Modell beruht auf der unbestrittenen Erkenntnis, dass die globale Erderwärmung zu einem bedeutenden Teil das Ergebnis eines Marktversagens darstellt. Während Umweltsünder die Treibhausgase praktisch kostenlos an die Atmosphäre abgeben können, müssen die Folgen des Klimawandels von der Allgemeinheit getragen werden.

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Wirtschafts-Nobelpreis geht an zwei US-Ökonomen

Im Gegensatz zu den Mengenzielen über die Treibhausgasemissionen, wie sie die Teilnehmerländer an den Klimakon­ferenzen von Kyoto (1997) und Paris (2015) selber festlegen konnten, plädiert Nordhaus für eine globale CO2-Steuer, die als Anreiz zur Senkung der Emission wirken soll. Doch bei vielen europäischen Umweltökonomen steht Nordhaus in der Kritik, weil sein Ansatz einen sehr moderaten Start der Steuer vorsieht, die erst im Lauf der Jahrzehnte in wirklich schmerzliche Höhen steigen soll. Für solche ökonomischen Spielereien sei die Zeit jetzt einfach zu knapp, ­sagen die Kritiker. Auch Romer kommt bei Europas Umweltökonomen nicht allzu gut weg. Dieser habe zwar viel zur Wirkung von Innovation auf das Wachstum, aber kaum konkret zu Themen der Umweltökonomie publiziert. Romer gilt als Begründer der endogenen Wachstumstheorie. Diese liefert eine schlüssige Erklärung dafür, weshalb auch monopolitische Märkte zu Wachstum neigen.

Im Unterschied zu anderen Theorien ist die technologische Entwicklung in seinen Modellen nicht das Ergebnis von Spezialisierung und Grössenvorteilen, sondern vielmehr selber ein Treiber dafür. In der Umweltökonomie kann diese Erkenntnis ein Argument für eine gezielte Industriepolitik sein.

Dass in der Umweltökonomie aber seit Jahrzehnten die technischen Hochschulen die Nase vorn haben, zeigt, dass die traditionellen Wirtschaftswissenschaften bislang kaum praktikable Antworten auf diese Probleme zu liefern im Stande waren.

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