Pharmaindustrie
US-Gericht reduziert Actelion-Busse um 100 Millionen Dollar

Der Rechtsstreit mit dem japanischen Konkurrenten Asahi Kasei könnte Actelion weniger belasten als bisher angenommen. Das zuständige Gericht in den USA hat die Entschädigungszahlung um weitere 99,2 Millionen Dollar gesenkt.

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In einem Labor von Actelion am Hauptsitz in Allschwil (Archiv)

In einem Labor von Actelion am Hauptsitz in Allschwil (Archiv)

Keystone

Willigt Asahi allerdings nicht in die Reduktion ein, komme es zu einem neuen Verfahren zur Höhe der Schadensersatzzahlung, teilte das Baselbieter Unternehmen am Montag mit. Mit dem neuen Vorschlag folgt der Superior Courts of the State of California teilweise der Forderung von Actelion, dass Asahi entweder für entgangene Gewinne oder für angebliche Entwicklungskosten entschädigt wird, aber nicht für beides.

Lässt Asahi die Höhe der Strafzahlung nicht erneut durch das Gericht beurteilen, sänke der Betrag, den Actelion zahlen müsste, auf 407,33 Mio. Dollar. In diesen Betrag eingeschlossen wären auch Strafzahlungen von 30 Mio. Dollar, die gegen Mitarbeiter von Actelion verhängt worden sind.

Ursprünglich 577 Millionen gefordert

Ursprünglich betrug die im Verfahren festgesetzte Schadenssumme 577 Mio. Dollar. Diesen Sommer wurde sie bereits erstmals reduziert. Hintergrund des Rechtsstreits ist eine Klage von Asahi gegen das von Actelion übernommene Unternehmen CoTherix. Asahi und CoTherix hatten für einen Wirkstoff eine Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung vereinbart, welche Actelion nach der Akquisition von CoTherix sistiert hatte.

Actelion glaubt gemäss Mitteilung weiterhin, dass die verschiedenen Gerichtsentscheide in der Angelegenheit weder durch Fakten noch rechtlich gestützt seien. Das Unternehmen werde deshalb zu gegebener Zeit Berufung einlegen. Bis dahin führt Actelion die möglicherweise anfallende Strafzahlung als Rückstellung in der Bilanz.