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USA: Geschäfte mit Trump-Anwalt Michael Cohen: Novartis-Chef spricht von Fehler

Die Mitarbeiter des Schweizer Pharmakonzerns sind enttäuscht, dass man mit Michael Cohen geschäftet hat.
Renzo Ruf, Washington
Novartis-Konzernchef Vasant Narasimhan. (Bild: Key (24. Januar 2018))

Novartis-Konzernchef Vasant Narasimhan. (Bild: Key (24. Januar 2018))

Renzo Ruf, Washington

Novartis-Konzernchef Vasant Narasimhan hat ein Abkommen mit dem Vertrauensanwalt von Präsident Donald Trump als «Fehler» bezeichnet. In einem internen Memorandum schrieb Narasimhan, viele Angestellte des Pharmaunternehmens seien «enttäuscht» und «frustriert» über die Enthüllung, dass der Anwalt Michael Cohen von Februar 2017 bis Februar 2018 für Novartis gearbeitet hatte und für seine Beratungsdienste das stolze Honorar von 1,2 Millionen Dollar kassierte. Er habe aber nichts mit der Abfassung des Vertrages zu tun gehabt, schrieb Narasimhan – der sein Amt seit Februar ausübt.

Die Online-Publikation «Stat» berichtete am Mittwoch, dass Cohen Anfang 2017 den damaligen Novartis-Chef Joe Jimenez kontaktiert habe und seine Dienste als Verbindungsmann zwischen dem Pharmaunternehmen und dem neuen Präsidenten, für den Cohen seit mindestens einer Dekade arbeitete, angeboten. Cohen habe behauptet, er könne Novartis Einblick in die gesundheitspolitischen Pläne der neuen Regierung geben – weil er wisse, wie Trump ticke. Und weil nach der überraschenden Wahl des ehemaligen Baulöwen guter Rat teuer war, willigte Novartis ein, Cohen über seine Beratungsfirma Essential Consultants mit 100'000 Dollar pro Monat zu entschädigen – eine stolze Summe, selbst für Washingtoner Verhältnisse. (Zum Vergleich: Die Kosten der Lobby–Abteilung von Novartis in Washington beliefen sich im 4. Quartal 2017 auf 1,7 Millionen Dollar.)

Für Novartis bestand kein Grund für eine Kündigung

Wie Novartis in einer schriftlichen Stellungnahme einräumte, stellte sich aber bereits während einer ersten Sitzung mit Cohen im März 2017 heraus, dass Cohen die «antizipierten Dienstleistungen» nicht erbringen konnte – da der New Yorker Anwalt, Immobilienspekulant und Taxiunternehmer vom politischen Betrieb in Washington schlicht und einfach keine Ahnung hat. Also wurden die Geschäftsbeziehungen auf Eis gelegt. Der Vertrag allerdings bestand weiter. Novartis sei der Meinung gewesen, dass kein Grund für eine fristlose Kündigung vorliege, heisst es in der schriftlichen Stellungnahme. Das Abkommen lief nach zwölf Monaten aus und wurde vom heutigen Konzernchef nicht erneuert.

Publik wurde die Abmachung zwischen Novartis und Cohen diese Woche, weil Cohen Ärger mit den Ermittlungsbehörden hat. Die Staatsanwaltschaft in New York ermittelt, ob seine umtriebige Geschäftstätigkeit gegen Gesetze verstösst. (Der Anwalt war auch für das Telekommunikationsunternehmen AT&T, einen südkoreanischen Rüstungsbetrieb und eine Firma aus dem Dunstkreis des russisch-schweizerischen Milliardärs Viktor Vekselberg als Berater tätig.) Auch steht Cohen im Zentrum eines Streits um eine angebliche Affäre, die der heutige Präsident im Jahr 2006 hatte.

Kurz vor dem Wahltag 2016 arrangierte Michael Cohen die Bezahlung eines Schweigegeldes an die Pornodarstellerin Stormy Daniels – mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford –, weil diese über ihre Beziehung mit Trump Auskunft geben wollte. Die Bezahlung des Schweigegeldes wurde dann über die Firma Essential Consultants abgewickelt, die Cohen am 17. Oktober 2016 gegründet hatte.

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