USA: Trump meidet Streitthemen vor Firmenchefs

Der künftige US-Präsident Donald Trump und führende Firmenvertreter aus dem Silicon Valley sind am Mittwoch zu einem Versöhnungsgipfel zusammengekommen. Bei dem Treffen im Trump Tower in New York sei es um wirtschaftliche Fragen gegangen.

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Der künftige US-Präsident Donald Trump (links) mit Paypal-Gründer Peter Thiel (Mitte) und Apple-CEO Tim Cook (rechts). (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)

Der künftige US-Präsident Donald Trump (links) mit Paypal-Gründer Peter Thiel (Mitte) und Apple-CEO Tim Cook (rechts). (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)

Thematisiert worden seien etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuersenkungen und das Verhältnis zu China, hiess es in einer Mitteilung von Trumps Übergangsteam. Grössere Streitthemen wie Einwanderung oder Datenschutz seien vermieden worden.

Trump habe vorgeschlagen, ein solches Spitzentreffen jedes Quartal zu wiederholen. Die Wahl von Trump hatte die Technologiekonzerne auf dem falschen Fuss erwischt. Viele hatten auf Trumps Rivalin Hillary Clinton von der Demokratischen Partei gesetzt, deren liberalem Programm die Firmen traditionell näherstehen.

An dem Gespräch nahmen etwa Apple -Chef Tim Cook, Facebook -Spitzenmanagerin Sheryl Sandberg oder Tesla -Lenker Elon Musk teil. Auch der Chef der Google-Mutter Alphabet, Larry Page, gehörte zu den Anwesenden. Ihm werden enge Verbindungen zur Regierung von Trumps scheidendem Vorgänger Barack Obama nachgesagt. Auf der Gästeliste standen zudem seine Kollegen von Amazon oder Microsoft.

Hoffen auf neue Jobs

Die Schaffung neuer Jobs ist eines der grossen Versprechen, mit denen Trump zum Präsidenten gewählt wurde. Nahezu die gesamte Elektronik-Branche weltweit lässt aber schon seit langem vor allem in China produzieren.

Die Unternehmen betonen, Gründe seien nicht nur die niedrigeren Lohnkosten, sondern auch die Nähe zu Zulieferer-Ketten und das grosse Angebot an motivierten jungen Arbeitskräften.

Zugleich können Tim Cook und Co. durchaus gemeinsame Interessen mit Trump finden: Die Tech-Firmen machen sich schon lange für eine Steuerreform stark. Vor allem geht es darum, dass für die Auslandsgewinne ein niedrigerer Steuersatz als die aktuellen 35 Prozent gilt.

Die Steuern werden erst fällig, wenn das Geld tatsächlich in die USA kommt - also stapeln sich die Milliardengewinne im Ausland. Allein Apple sitzt auf einem Geldberg von über 230 Milliarden Dollar, von denen sich über 90 Prozent ausserhalb der USA befinden.

Keine formelle Befehlskette

Trump bot den Managern an, für sie erreichbar zu sein. "Sie rufen meine Leute an, Sie rufen mich an. Das macht keinen Unterschied. Wir haben keine formelle Befehlskette." Von seiner Seite nahmen Vize-Präsident Mike Pence sowie seine drei erwachsenen Kinder Donald Jr., Eric und Ivanka teil.

Trump hatte die Branche im Wahlkampf scharf kritisiert. So rief er seine Unterstützer zu einem Boykott von Apple auf, weil der Konzern bei FBI-Ermittlungen zum Anschlag in San Bernardino nicht bei der Entschlüsselung eines iPhones helfen wollte.

Zudem forderte er, gegen Amazon.com kartellrechtlich vorzugehen. Immer wieder verlangt Trump auch, dass amerikanische Konzerne ihre Produkte in den USA herstellen sollten. Es wird weithin erwartet, dass Trump die Technologiekonzerne härter anfassen wird als Obama. (sda/reu/dpa)