Kommentar

V-Zug wird nur bedingt eigenständig

Über die Strategie von V-Zug wird auch nach einem Börsengang weiterhin die Familie Buhofer entscheiden.

Christopher Gilb
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Ob fürs Kochen, Braten, Backen oder Geschirrspülen: Fast jeder in der Schweiz wird wohl mindestens einmal in seinem Leben auf Tuchfühlung mit einem Haushaltsgerät von V-Zug gegangen sein. Mit über drei Millionen Geräten in Schweizer Haushalten ist V-Zug nach eigenen Angaben Marktführer in diesem Segment. Die Geschichte von V-Zug sei gleichzeitig die Geschichte der Erleichterung und der Automation der Arbeit im Schweizer Haushalt, schreibt das Unternehmen auf seiner Website selbstbewusst.

Nun wagt V-Zug den Schritt in die Eigenständigkeit. Die Metall-Zug- Gruppe, zu der V-Zug gehört, will das Unternehmen im Juni an die Börse bringen. Der Mischkonzern verspricht sich davon, dass sich das «Prunkstück» eigenständig besser entwickelt und die Qualität «made in Switzerland» Investoren anzieht. Funktioniert hat die Abspaltung schon einmal, als 2012 der Immobilienbereich von Metall Zug zur eigenständigen und heute erfolgreichen Zug Estates wurde.

Was man jedoch bei der Abspaltung von V-Zug wissen muss: Metall Zug bleibt mit einem Anteil von 30 Prozent Ankeraktionärin; die Mutterfirma behält also das Sagen. Über die Strategie von V-Zug wird damit weiterhin die Familie Buhofer, Mehrheitsaktionärin bei Metall Zug, entscheiden. Die Buhofers legen viel Wert auf eine lokale Verankerung und nehmen auch mehrjährige Defizite von Tochterfirmen in Kauf. Professionelle Anleger könnte dies abschrecken.