Novartis

Vas Narasimhan verdient deutlich weniger als Vorgänger Joe Jimenez - Mitleid ist aber nicht angebracht

Der künftige Novartis-Chef Vas Narasimhan wird rund einen Viertel weniger verdienen als sein Vorgänger Joe Jimenez.

Andreas Möckli
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Der neue Novartis-Chef verdient weniger als sein Vorgänger.

Der neue Novartis-Chef verdient weniger als sein Vorgänger.

PATRICK STRAUB

Mitleid muss man zwar mit dem künftigen Novartis-Chef Vas Narasimhan nicht haben. Dennoch ist es bemerkenswert, dass er deutlich weniger verdienen wird als Noch-Konzernchef Joe Jimenez. Der abtretende Amerikaner erhielt für 2017 eine Vergütung in der Höhe von 13,1 Millionen Franken. Bei Narasimhan werden es dagegen 8,9 Millionen Franken sein, falls er die vom Verwaltungsrat gesetzten Ziele erreicht. Novartis spricht daher von einer sogenannten Zielvergütung. Diese liegt 26 Prozent unter jenem Wert von Jimenez. Allerdings kann Narasimhan auch mehr als 8,9 Millionen Franken verdienen, wenn er seine Leistungsziele übertrifft. Auch der umgekehrte Fall ist möglich.

Bereits der Grundlohn des 41-jährigen Amerikaners ist tiefer als jener von Jimenez. Während Letzterer 2,1 Millionen Franken erhielt, muss sich Narasimhan mit 1,55 Millionen Franken begnügen. Der Verwaltungsrat habe bei der Vergütung von Narasimhan berücksichtigt, dass dies seine erste Rolle als Konzernchef sei, schreibt Verwaltungsrat Enrico Vanni im Geschäftsbericht. Er leitet das Vergütungskomitee von Novartis. Narasimhan habe jedoch Aussicht auf eine Erhöhung seines Grundlohns innerhalb eines Zeitraums von drei bis vier Jahren, «abhängig von einer starken Leistung und vom Beweis seiner Fähigkeiten in der Rolle».

Vasella erhält noch 26 000 Franken

Mit diesem Schritt gleichen sich die Löhne innerhalb der Konzernleitung etwas an. Kein einziges der amtierenden Konzernleitungsmitglieder erhielt für 2017 weniger als 4 Millionen Franken. Irritierend ist der Umstand, dass Alcon-Chef Michael Ball leicht mehr verdient als Pharma-Chef Paul Hudson, obwohl die Pharmadivision umsatzmässig mehr als fünfmal grösser ist als Alcon.

Wie bereits im letzten Jahr weist Novartis aus, welcher Betrag Jimenez für das vergangene Jahr tatsächlich ausbezahlt wurde und welcher Wert ihm an Grundlohn, Boni und Aktien zugeteilt wird. Zugesagt und zugeteilt wurden Jimenez für 2017 so 13,1 Millionen Franken. Effektiv ausbezahlt wurden 11,3 Millionen Franken.

Novartis verspricht sich von dieser Darstellung mehr Transparenz, da man so die Vergütung für die erbrachte Leistung beurteilen könne. Das Problem: Novartis stellt diese Unterscheidung nur für Jimenez dar. Für die übrigen Konzernleitungsmitglieder wird die effektive ausbezahlte Summe nur gesamthaft dargestellt. So lässt sich die Leistung in Bezug auf die Vergütung der einzelnen Topmanager nicht beurteilen.

Deutlich weniger verdient hat Ehrenpräsident Daniel Vasella. Er erhielt «erstattungsfähige Kosten», also Spesen, in der Höhe von 26 279 Franken. Sein Beratungsmandat, das ihm bisher pro Jahr mindestens 250 000 Dollar garantierte, ist 2016 ausgelaufen.