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Vekselberg ist jetzt auch nicht mehr Renova-Präsident

Unter dem Druck der US-Sanktionen macht Viktor Vekselberg weitere Rückzieher bei seinen Schweizer Beteiligungen. Bei der Renova Management AG in Zürich trat der russische Milliardär als Präsident zurück. Doch die Hintergründe bleiben unklar.
Balz Bruppacher
Der russische Oligarch Vitkor Veselberg (Mitte). Bild: Getty

Der russische Oligarch Vitkor Veselberg (Mitte). Bild: Getty

Als die USA am vergangenen 6. April gegen Vekselberg und seine Renova Group Sanktionen verhängten, kam es auch bei der Schweizer Niederlassung des russischen Oligarchen zu einem Erdbeben. Prominente Verwaltungsräte wie der Banker Josef Ackermann und der ehemalige Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo kündigten umgehend ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der Renova Management AG in Zürich an. Wie dem Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 8. Mai zu entnehmen ist, erfasste die Rücktrittswelle sechs von sieben Mitgliedern des Verwaltungsrats, darunter auch Vekselberg selber. Er hatte das Gremium seit der Gründung des Unternehmens im Jahre 2004 präsidiert.

Zu den Gründen seiner Demission waren weder in Zürich noch in Moskau Informationen erhältlich. Die Renova Management AG mit Sitz im Zürcher Seefeld ist laut dem Handelsregister aber nach wie vor aktiv. Im Verwaltungsrat verblieb der in Wädenswil (ZH) wohnhafte russisch-zypriotische Doppelbürger Alexey Moskov. Hinzu kam als neues Mitglied die Deutsche Tatiana Cohen mit Wohnsitz in Freienbach (SZ). Moskov ist seit der Gründung als Chief Operating Officer für die Renova Management AG tätig; im April 2016 wurde er in den Verwaltungsrat gewählt. Er gehört zudem dem Verwaltungsrat der OC Oerlikon an.

Schon bisher mit Renova verbunden war auch die neue Verwaltungsrätin Cohen. Die Finanzspezialisten sitzt unter anderem in den Verwaltungsräten der Holdingfirmen Tiwel, Liwet und Elwit, die alle bei der Zürcher Renova domiziliert sind und sich laut Firmenzweck mit Beteiligungen und Finanzierungen befassen. Die drei Anagramm-Gesellschaften wurden zur Übernahme der Aktien von Sulzer,
OC Oerlikon und Schmolz+Bickenbach eingesetzt.

Rückzug auf Raten?

Die Liwet Holding wartete am vergangenen Freitagabend mit weiteren Neuigkeiten über Vekselbergs Beteiligungen an OC Oerlikon und Schmolz+Bickenbach auf. Demnach kam es unter dem Eindruck der
US-Sanktionen gegen Vekselberg zu Transaktionen von Liwet-Aktien, die sinkende Anteile der Beteiligungen des russischen Oligarchen zur Folge haben. Beim Luzerner Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach bedeutet dies, dass der Aktionärsbindungsvertrag zwischen der Renova-Gruppe und den in der Schmolz+Bickenbach Beteiligungs GmbH verbundenen Familienaktionären aufgelöst wurde. Wie das Unternehmen gestern weiter mitteilte, sind die zur Renova-Gruppe gehörenden Aktionäre noch mit 26,9 Prozent beteiligt; der Anteil der Familienaktionäre beläuft sich auf 10,09 Prozent. Vor der Auflösung des Aktionärsbindungsvertrags hatten die Beteiligungen zusammen 42,08 Prozent ausgemacht.

Was der Vekselberg-Rückzug bei Oerlikon bedeutet, war vorerst nicht klar. Ein Sprecher des Anlagenbauers sagte auf Anfrage lediglich, man habe die Mitteilung von Liwet zur Kenntnis genommen und prüfe nun den Inhalt. Die Renova-Gruppe hielt bisher gut 43 Prozent an Oerlikon. Laut der Liwet-Mitteilung haben zwei russische Minderheitsaktionäre sowie im Zuge eines Incentive-Programms Renova-Manager Aktien von Vekselberg übernommen. Die Nachrichtenagentur Reuters errechnete auf Grund der Liwet-Angaben, dass sich die Beteiligung Vekselbergs an Oerlikon auf 19,9 Prozent reduziert habe. Offizielle Angaben werden auf Grund der Meldepflichten möglicherweise nach der Feiertagspause am nächsten Dienstag vor Handelseröffnung an der Börse erwartet. Für Oerlikon und Schmolz+Bickenbach haben die Veränderungen insofern keine Bedeutung, als sie nie direkt von den US-Sanktionen betroffen waren, weil die Beteiligung Vekselbergs und seiner Renova-Gruppe stets unter 50 Prozent lag.

Anders war es beim Sulzer-Konzern, wo Vekselberg wegen der US-Sanktionen seine Beteiligung 63 auf 49 Prozent reduzierte, indem Sulzer fünf Millionen eigene Aktien von Renova übernahm. Laut Medienberichten sind Vekeslbergs Aktivitäten überdies durch blockierte Bankguthaben eingeschränkt. Gemäss der Zeitung «Schweiz am Wochenende» ist auch die Bedienung von Krediten der beiden Schweizer Grossbanken behindert. Zuletzt geriet der russische Oligarch in die Schlagzeilen, weil eine zu seinem Einflussbereich gehörende US-Firma eine halbe Million Dollar an Michael Cohen, den ehemaligen Rechtsberater von US-Präsident Trump, überwiesen haben soll.

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