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Hochdorf zieht die Reissleine

Der Milchverarbeiter Hochdorf veräussert sein defizitäres Milchwerk in Litauen. Damit wird das Unternehmen ein Problem los – muss dafür aber tief in die Tasche greifen.
Roman Schenkel
Der Milchverarbeiter Hochdorf steht vor einer Reorganisation. (Corinne Glanzmann, 5. April 2018)

Der Milchverarbeiter Hochdorf steht vor einer Reorganisation. (Corinne Glanzmann, 5. April 2018)

Der Milchverarbeiter Hochdorf verkauft die Baltic Milk UAB an eine litauische Investorengruppe. Die Transaktion, über deren Wert Stillschweigen vereinbart wurde, ist keine grosse Überraschung. Die Produktionsstätte in Litauen hat in den letzten Jahren rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz mit Milchproteinpulver, das als Grundstoff in Sportlernahrung, Käse, Glaces und Joghurt benutzt werden kann, war in den letzten Jahren stark rückläufig. Mit Ausnahme von einem Ausreisser im Jahr 2014 (43,6 Millionen Franken Umsatz) ging es nur abwärts. 2016 lag der Umsatz noch bei knapp 20 Millionen Franken, 2017 wurde der Umsatz für Litauen nicht mehr ausgewiesen. Dass er erneut tiefer lag, darauf deutet die verarbeitete Milchmenge hin. Im Baltikum reduzierte Hochdorf die verarbeitete Milchmenge im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent.

CEO Thomas Eisenring sagte bereits vergangenen November der «Finanz und Wirtschaft», dass die Beteiligung in Litauen auf dem Prüfstand sei. Die aktuell tiefen Proteinpreise am internationalen Markt bei gleichzeitig hohen Milchpreisen in Litauen haben den Verkaufsentscheid noch unterstützt und beschleunigt.

Hinzu kommt, dass das Milchwerk für Hochdorf zunehmend überflüssig wurde. Mit der Mehrheitsbeteiligung an der Uckermärker Milch GmbH in Prenzlau (Deutschland) Ende 2014 hat sich Hochdorf bei einem zweiten Milchverarbeitungswerk in der Europäischen Union eingekauft. Dieses steht gemäss Hochdorf «technologisch und volumenmässig auf einem wesentlich höheren Niveau». Hinzu kommt, dass Hochdorf auch in der Schweiz Milchproteine herstellt.

Nun hat der Verkauf geklappt. Er erfolgt rückwirkend per Ende Mai 2018. Der Verkaufspreis wurde nicht bekanntgegeben. Die Analysten der Neuen Helvetischen Bank schätzen den Preis auf einen einstelligen Millionenbetrag. Daraus resultierte laut Hochdorf ein Buchverlust, welcher den Reingewinn von 2018 um herbe 6,2 Millionen Franken belastet. Andere Analysen gingen von einem Verlust von bis zu 8 Millionen Franken aus – damit scheint Hochdorf mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

«Übergangsjahr auf hohem Niveau»

Der Verkauf der Baltic Milk UAB ist laut Hochdorf ein erster Schritt, den Bereich Dairy Ingredients zu reorganisieren und zu stärken. In dieser Geschäftssparte entwickelt und produziert Hochdorf verschiedene Pulverprodukte aus Milch und Molke.

Das Jahr 2018 bezeichnete Hochdorf-Chef Eisenring an der Präsentation des Jahresergebnisses Anfang April als «Übergangsjahr auf hohem Niveau». 2017 erzielte Hochdorf einen Rekordgewinn von 40,9 Millionen Franken. Für 2018 erwartet die Hochdorf-Gruppe einen Umsatz im Bereich von 600 bis 630 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 600,5 Millionen Franken.

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