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Immobilien-Verkäufe auf allen Kanälen

Drei Jungunternehmer haben die Geschäftsidee entwickelt, den Verkauf von Wohnungen und Häusern weitgehend digital abzuwickeln. Die Maklergebühr bezahlen nicht die Verkäufer, sondern die Käufer.
Rainer Rickenbach
Nicolas Hirschi (links) und CEO Claudio Landmesser von Agent Selly. (Bild: Jakob Ineichen, Rotkreuz, 19. Juni 2018)

Nicolas Hirschi (links) und CEO Claudio Landmesser von Agent Selly. (Bild: Jakob Ineichen, Rotkreuz, 19. Juni 2018)

Das Büro von Agent Selly im Rotkreuzer Gewerbegebiet West sieht so aus, wie man sich die Zentrale eines Start-ups vorstellt: Die Loft ist grosszügig und mit stattlichen Fenstern ausgestattet, darin verteilen sich die Arbeitsplätze ohne starre Anordnungsgeometrie, und es sind die PC-Bildschirme, die das optisch dominierende Element im Raum vermitteln. Dort befindet sich der Stützpunkt der drei jungen Unternehmer, die seit Frühling die Immobilienmaklerfirma Agent Selly betreiben.

Zuvor hatten CEO Claudio Landmesser (31), Benjamin Berger (36), Leiter Entwicklung, und Immobilienfachmann Nicolas Hirschi (26) ein Jahr lang neben ihren früheren Jobs nach Feierabend gemeinsam ihre Immobilienagentur aufgebaut. Kennen gelernt hatten sie sich an einer Tagung für Jungunternehmer. Als Investorin steht die Valiant Bank hinter dem Projekt.

Makler nehmen die ganze Arbeit ab

Das Angebot richtet sich an Immobilienbesitzer, die ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung verkaufen wollen – und die mit Objektbewertung, Verkaufsunterlagen, Käufersuche, Preisverhandlungen, Besichtigungen, Transaktion und Notar lieber nichts oder nur wenig zu tun haben möchten. «Wenn die Kunden es wünschen, kümmern wir uns um den ganzen Verkaufsablauf von A bis Z. Möchten sie aber zum Beispiel die Gespräche mit Kaufinteressenten selber führen oder sich an der Vermarktung ihres Wohneigentums beteiligen, können sie das selbstverständlich tun», sagt CEO Landmesser. Die Mehrheit der Kunden wünscht sich, dass die Makleragentur ihnen die ganze Arbeit abnimmt.

Dieses Modell mit Übertragung sämtlicher Verkaufsschritte an die Makler kostet eine Provision von 2,25 Prozent des Verkaufspreises. Beim Modell mit der Teilübertragung liegt sie bei 1,25 Prozent. So oder anders: Die Provision geht zu Lasten des Käufers. Für die Kunden von Agent Selly ist die Maklerdienstleistung nicht mit Kosten verbunden. Das Spezielle an der Dienstleistung der drei Jungunternehmer ist, dass sie bei allen Verkaufsschritten konsequent auf online setzen. Hirschi: «Wir zeigen die Verkaufsobjekte im Netz in virtuellen 3D-Rundgängen und vermarkten sie auf den bekannten Immobilienplattformen sowie in sozialen Medien wie Facebook.» Sie bemühen sich zudem, den Verkaufsablauf für die Kunden möglichst transparent zu gestalten. Die können sich übers Internet auf dem Laufenden halten. Denn sämtliche Ereignisse des Ablaufs sind dort festgehalten und für die Verkäufer jederzeit zugänglich.

Kunden sind Ältere und Erbengemeinschaften

Am Anfang der Geschäftsbeziehung steht indes nach wie vor die reale Begegnung. «Vielleicht wird es in 20 Jahren nicht mehr so sein, doch heute ist sie nach wie vor gewünscht», sagt Hirschi. Er und Landmesser sind gelernte Betriebsökonomen und beschäftigten sich bereits an ihren vorherigen Stellen mit Immobilien. Sie haben auch Zugriff auf Fachleute der Valiant Bank, die zum Beispiel immer für die preisliche Bewertung der Bestandesobjekte verantwortlich sind.

Zurzeit sind Wohnungen in der Preisspanne von 480 000 Franken bis etwas mehr als 1 Million Franken auf der Webseite von Agent Selly zum Kauf angeboten. «Die meisten Kunden sind älter als 50. Sie ziehen in eine kleinere Wohnung ein und wollen ihr Haus oder ihre grossräumige alte Wohnung verkaufen. Auch Erbengemeinschaften finden oft den Weg zu uns», sagt Landmesser. Die Mehrheit der Kunden nennt den Maklern ihre Preisvorstellungen. Einige legen auch Wert darauf, dass die Wohnung in die richtigen Hände kommt. «Sie sagen dann zum Beispiel, sie möchten, dass die Wohnung an eine junge Familie geht», sagt Hirschi. Der Verkaufsentscheid liegt beim Immobilienbesitzer.

Das Marktgebiet von Agent Selly umfasst die deutschsprachige Schweiz, allerdings mit Ausnahme der Ostschweiz. Landmesser: «Die Nachfrage nach Wohneigentum ist gross. Sie variiert regional allerdings sehr stark. Unser erstes Objekt in Luzern haben wir im Ortsteil Littau verkauft. Dafür gab es viele Interessenten. Je ländlicher jedoch der Standort, desto geringer fällt die Nachfrage aus.»

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