Kommentar

Verkaufsstopp von Feuerwerk? Rücksichtnahme ist der richtige Weg

Man sollte wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen und Knallkörper nur dann abfeuern, wenn es wirklich angebracht ist.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Man kennt es: Schon am frühen Morgen des Silvestertages knallt es in der Nachbarschaft. Und noch am 2. Januar jagen Buben, Mädchen und Erwachsene ihre übrig gebliebenen Böller hemmungslos in die Luft. Dasselbe lässt sich für den 1. August sagen. Das Abfeuern von Knallkörpern beginnt mittlerweile früh, steigert sich gegen Mitternacht des besagten Feiertags und klingt danach noch lange nach. Dieses Phänomen kennt man auch von anderen Festivitäten: Einst eine punktuelle Tradition, ist es mittlerweile für Feuerwerk nie früh genug.

Es ist diese lang anhaltende Böllerei, die viele Leute wirklich nervt – und Haustieren tagelang den Schrecken in die Knochen fahren lässt. Feuerwerk verbieten oder aus dem Sortiment zu kippen, ist aber der falsche Weg, um dieser Unart zu begegnen. Vielmehr sollten die Menschen wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen und ihre Raketen, Knallpatronen oder Bombenrohre nur dann abfeuern, wenn es wirklich angebracht ist. Ist der Zeitraum kurz, stört es auch nicht besonders. So kann der Tierhalter besser damit umgehen, da der Zeitpunkt planbar ist. Und die ohnehin vernachlässigbare Feinstaubbelastung ist auf ein Minimum reduziert.

Feuerwerk ist eine schöne Tradition, insbesondere an Grossanlässen. Das Erlebnis eines nächtlichen Feuerwerks lässt sich weder mit Drohnen noch mit Lasershows ersetzen. Das Feuer gehört zum Menschen; lassen wir es weiterbrennen – aber mit Augenmass.