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Luzerner Verkehrs-Startup Trafiko gewinnt Neuunternehmerpreis

Ein Jungunternehmen aus Kastanienbaum, das Städte wie Luzern verkehrstechnisch entlasten will, gewinnt den 25. Zentralschweizer Neuunternehmerpreis. Bei den jüngeren Start-ups setzt sich mit Coltes eine Firma aus dem Energie-Sektor durch.
Maurizio Minetti
Zwei der Preisträger von Trafiko: Roman Steffen (links) und Christoph Zurflüh. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 11. September 2018))

Zwei der Preisträger von Trafiko: Roman Steffen (links) und Christoph Zurflüh. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 11. September 2018))

Der Jubel war ausserordentlich laut am Dienstagabend, als in der Messe Luzern der Gewinner des 25. Zentralschweizer Neuunternehmerpreises bekannt wurde. Möglicherweise deshalb, weil sich viele Anwesenden wünschen, dass das prämierte Jungunternehmen ein für alle Mal die Luzerner Verkehrsprobleme löst: Gewonnen hat nämlich die Trafiko GmbH aus Kastanienbaum, die sich auf Mobilitätslösungen spezialisiert hat. Das von Christoph Zurflüh, Roman Steffen und Kasimir Stalder gegründete Jungunternehmen erhält 10000 Franken.

Trafiko bedeutet in der Weltsprache Esperanto «Verkehr». Das Geschäftsmodell von Trafiko klingt etwas abstrakt: «Wir kreieren Mobilitätsstrategien für Städte, Kantone und Gemeinden», sagte Zurflüh. Es geht konkret darum, wie eine Region das zukünftige Verkehrswachstum bewältigen kann. Zurflüh machte ein Beispiel: «Immobilieninvestoren stehen vor der Herausforderung, dass sie zwar tolle Projekte realisieren können, doch müssen sie sich mit Einschränkungen bei den Parkplätzen herumschlagen.» Ein weiteres Beispiel betrifft einen Kunden im Seetal, der eine Buslinie aufbauen will, doch ist der Kostendeckungsgrad zu tief – es lohnt sich nicht. «Für diesen Kunden haben wir ein Sharing-System erarbeitet», so Zurflüh.

Trafiko nutzt bestehende Angebote zur Verkehrsentlastung wie etwa die Carsharing-Plattform Sharoo oder den Parkflächendienst ParkU und integriert diese in ein Gesamtpaket. «Betty Bossi der Verkehrsplanung», brachte es Moderator Simon Kopp auf den Punkt. Natürlich durfte die Frage nicht fehlen, ob denn Trafiko das Car-Problem in Luzern lösen könne. «Es wäre etwas vermessen als erst zweijähriges Unternehmen, aber wir sind in Luzern durchaus involviert und wollen unseren Beitrag leisten, dass die Zentralschweiz die Verkehrsprobleme in den Griff bekommt», sagte Zurflüh. Für das Luzerner Publikum klang diese vage Formulierung schon fast wie ein Versprechen.

Nominierte aus diversen Branchen

Für den Neuunternehmerpreis der Gewerbe-Treuhand AG nominiert waren ausserdem die Dampfwaren GmbH aus Luzern, die unter dem Namen Smokee mehrere Raucherläden betreibt. Geschäftsführer Ivan Cokolic erklärte, er träume von einem Laden in Berlin. Angefangen hat das Unternehmen mit einem Shishashop am Luzerner Bundesplatz.

Expansionspläne hegt auch die Naturwerker GmbH aus Mehlsecken, die Sprossensamen verkauft. Das 2015 gegründete Unternehmen konnte den Umsatz innerhalb weniger Jahre verdoppeln. Die letzten zwei Nominierten kommen aus dem Marketing-Sektor: Jonlinio aus Baar berät Firmen – wie etwa die Zeitschrift «Weltwoche» – bei der Entwicklung des Internetauftritts. Marketing Macher aus Buochs bedient KMU, die keine eigene Marketingabteilung haben.

Coltes gewinnt am Startup-Tag

Im Vorfeld des Neuunternehmerpreises fand am Nachmittag in der Messe Luzern der mittlerweile dritte Startup-Tag Zentralschweiz statt. Die Veranstaltung hat einen festen Platz in der kleinen Zentralschweizer Startup-Szene erobert, doch war heuer auch offensichtlich, dass sich die Organisatoren für nächstes Jahr etwas Neues einfallen lassen müssen: Es gab Podiumsdiskussionen, die inhaltlich identisch waren mit dem Vorjahr. Kontroverse Themen in der Startup-Szene – wie zum Beispiel Finanzierung mittels Initial Coin Offerings – waren nur am Rande ein Thema.

Während sich der Neuunternehmerpreis an Firmen richtet, die zwischen ein und fünf Jahre alt sind, werden am Startup-Tag Jungfirmen prämiert, die es seit weniger als einem Jahr gibt. Den Businessplan-Contest gewonnen hat dieses Jahr Coltes. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, welche die Speicherung von Wärme und Kälte mittels Kapseln erlaubt. Die Jungfirma, die gerade ihren ersten Prototyp entwickelt, erhält 2000 Franken und ein kostenloses Coaching von Genisuisse Zentralschweiz. Platz zwei holte Jobalino (Job-Plattform mit persönlichen Empfehlungen), Bronze ging an die Plattform für animierte Kinderzeichnungen Lili.ch. Nominiert waren ausserdem Swiss Biocase (Handy-Hüllen aus erneuerbarem Bio-Material), Treecer (Pflanzensensor mit WiFi) sowie YMap (Plattform für Sicherheit am Reiseziel).

Die Träger-Organisationen des Startup-Tages haben zudem erstmals die Zentralschweizer Startup-Map vorgestellt. Diese soll Jungunternehmen dabei helfen, aus einer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. (mim)

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