Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VERSANDAPOTHEKE: Starkes Debüt an der Börse

Der Einstand der Versandapotheke Zur Rose an der Schweizer Börse SIX ist geglückt. Am ersten Handelstag lag die Aktie nach Börsenschluss über dem Ausgabepreis. Zur Rose will mit dem Erlös expandieren.
Stefan Borkert
Einblick ins Logistikzentrum der Versandapotheke Zur Rose. (Bild:)

Einblick ins Logistikzentrum der Versandapotheke Zur Rose. (Bild:)

Stefan Borkert

Für den Chef der Versandapotheke Zur Rose, Walter Oberhänsli, war der gestrige Tag ein historischer Moment. Zusammen mit dem Team, das den Börsengang begleitet hat, verfolgte er an der Schweizer Börse SIX den ersten Handelstag und hatte allen Grund zum Anstossen. Der Ausgabepreis von 140 Franken wurde im freien Handel schon bei Börsenstart mit 151 Franken überboten. Mit der Schlussauktion ist dann schliesslich das Tageshoch von 159.90 Franken erreicht worden, was einem Plus von 14,2 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis entspricht.

Damit bewahrheitete sich die Einschätzung Oberhänslis, der bei der Bekanntgabe des Börsengangtermins sagte: «Wir haben jetzt mit den sehr günstigen Märkten die ideale Situation für den Börsengang. Weiter zu warten, wäre sträflich.» Das starke Börsendebüt hat die Kassen der Zur Rose mit Hauptsitz in Frauenfeld gefüllt.

233 Millionen Franken für die Unternehmenskasse

Da die meisten Aktien aus einer Kapitalerhöhung stammen, nimmt Zur Rose durch den Gang aufs Parkett rund 233 Millionen Franken ein, wenn die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgereizt wird. Ohne diese wären es immerhin rund 200 Millionen Franken. Das Geld will die Versandapotheke für den Ausbau des Deutschland-Geschäfts mit Tochter Doc Morris sowie für die Expansion in andere europäische Märkte nutzen. In der Schweiz will Zur Rose ihr Angebot mit stationären Angeboten wie etwa ­Filialen in Migros-Geschäften stärken. Wie Zur-Rose-Chef Oberhänsli ausführt werde auch die Digitalisierung und die Nutzung des «Big-Data-Potenzials» vorangetrieben. Ausserdem soll in die Rückzahlung einer Ende Jahr fällig werdenden Unternehmensanleihe investiert werden.

Oberhänsli thematisiert zwar einerseits die Investitionen in die Zukunft, um die Marktführerschaft als Europas grösste Versandapotheke auszubauen, an­dererseits aber plädiert er für ­Bodenständigkeit. «Die Zur-­Rose-Gruppe schlägt mit dem Börsengang zwar ein neues Kapitel auf, aber wir werden sehr viel Energie darauf verwenden, dass die DNA von Zur Rose mit ihrer starken Ärzteverankerung erhalten bleibt.» Und er fährt fort: «Wir möchten auch in Zukunft ein Unternehmen sein, das Marktveränderungen zum Nutzen der Kunden herbeiführt und darauf basierend prosperiert.» Er sei überzeugt, dass eine erfolgreiche und starke Zur Rose der beste Partner für alle Stakeholder, also Anspruchsgruppen, sei, gerade auch für die Ärzteschaft.

«Heuschrecken» fernhalten

Besondere Angst vor einer feindlichen Übernahme etwa durch Hedge Funds oder Heuschrecken, wie diese auch genannt werden, hat er indes nicht. Das liegt auch am starken Anker­aktionär aus Wollerau im Kanton Schwyz. «Mit unseren Ärzte­aktionären und unserer Anker­investorin, der KWE Beteiligungen AG, haben wir eine grosse Stabilität im Aktionariat.» Zudem habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass feindliche Übernahmeversuche nicht durch Vinkulierungen, also der Verweigerung von Übertragungen von Namensaktien, sowie Stimmrechtsbeschränkungen verhindert werden. Das geschehe vielmehr durch die kontinuierliche Schaffung von Mehrwert für die Aktionäre und alle anderen wichtigen Stakeholder durch das bestehende Team von Verwaltungsrat, Management und Mitarbeitenden.

Auch dass mit dem Börsengang (IPO) nun zahlreiche Vorschriften eingehalten werden müssen, macht ihm kein Kopfzerbrechen. «Die Aktien der Zur-Rose-Gruppe waren bereits vor dem Börsengang seit 2008 ausserbörslich gelistet», sagt Oberhänsli. «Zudem sind wir seit Ende 2012 mit einer Unternehmensanleihe an der SIX Swiss Exchange kotiert. Aus diesem Grund haben wir bereits vor dem IPO eine Reihe von Offenlegungspflichten befolgt, beispielsweise die Ad-hoc-Publizität, den Geschäftsbericht oder Transparenz hinsichtlich Corporate Governance. Wir sind gut aufgestellt.» Die Ankeraktionärin KWE Beteiligungen AG ist mit Vanessa Frey im Verwaltungsrat vertreten. Sie habe den Börsengang, wie alle Verwaltungsratsmitglieder, eng begleitet, erklärt Oberhänsli. «Wir freuen uns natürlich alle, dass das Potenzial der Zur-Rose-Gruppe im Markt ganz offensichtlich erkannt wurde und der Börsenstart geglückt ist, was einer guten Vorbereitung, aber auch einem positiven Kapitalmarktumfeld geschuldet ist.»

Akquisition kurz vor Abschluss

Zur Rose führt derzeit Verhandlungen für eine Akquisition, die kurz vor dem Abschluss steht. Oberhänsli: «Wir haben mit der Gegenpartei Stillschweigen vereinbart.» Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt einiger Prüfungen. Angesprochen darauf, ob der Börsengang wirklich der richtige Schritt war, sagt er bestimmt: «Absolut!»

Und natürlich verfolgt er die Kursentwicklung der Zur Rose auch auf dem Smartphone. Walter Oberhänsli lacht: «Ich schätze, dass auch ich nicht davor gefeit bin.»

Bild: Grafik: LZ

Bild: Grafik: LZ

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.