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VERSICHERUNGEN: Mobiliar spielt nach eigenen Regeln

Das Genossenschaftsmodell war für den Versicherer 2016 ein Erfolgsgarant. Seine Prämienvolumen wuchsen stärker als der Markt.

Im Schweizer Versicherungsmarkt, in dem ein halbes Dutzend börsenkotierte Konzerne aus dem In- und Ausland den Ton angeben, bildet die genossenschaftlich organisierte Mobiliar seit Jahren eine bemerkenswert erfolgreiche Ausnahme. Der mehr als 191-jährige Berner Versicherungskonzern ist mit einem Marktanteil von 29,3 Prozent der grösste Sachversicherer im Land.

Diese Position hat die «Mobi» im zurückliegenden Jahr einmal mehr nicht nur verteidigt, sondern weiter ausgebaut. Seit Jahren wächst das Unternehmen in dem gesättigten Schweizer Markt auf Kosten der Konkurrenz. 2016 wurden die Prämieneinnahmen aus Nicht-Leben-Policen um 3,1 Prozent auf 2,8 Milliarden gesteigert, während der Gesamtmarkt lediglich um 1,1 Prozent gewachsen war. Im deutlich kleineren Leben-Geschäft kletterten die Prämien­einnahmen um 3,6 Prozent auf 803 Millionen Franken, sodass der Konzern 2016 einen im Vorjahresvergleich 3,2 Prozent höheren Gesamtumsatz von 3,6 Milliarden verbuchen konnte.

Für Konzernchef Markus Hongler, der vor seinem Wechsel nach Bern die Verantwortung des Schweizer Geschäfts bei der Zurich Insurance getragen hatte, ist das Genossenschaftsmodell ein zentrales Element des Unternehmenserfolgs, wie er auch gestern an der Jahresmedienkonferenz in der Bundeshauptstadt ausführte. Zwar lässt sich die Behauptung kaum beweisen, ist aber auch kaum zu widerlegen. Jährliche Überschussbeteiligungen, mit denen die Mobiliar über besondere Rabattaktionen einen substanziellen Teil ihres Gewinns direkt an die Kunden weitergibt, ist ein Marketinginstrument, das auf das Genossenschaftsmodell zugeschnitten ist und beim Publikum auf Anklang stösst.

Die Mobiliar tickt aber auch in anderen Belangen anders als börsenkotierte Versicherungen. Zum Beispiel halten die Berner ein im Branchenvergleich weit überdurchschnittliches Eigenkapital vor. Dieses beläuft sich auf 4,3 Milliarden Franken und deckt damit mehr als einen Viertel der Kapitalanlagen (16,2 Milliarden Franken) ab. Daraus ergibt sich eine aufsichtsrechtlich anerkannte Solvenzquote nach dem sogenannten Swiss Solvency Test von über 300 Prozent.

Im Durchschnitt liegt diese Quote für Schweizer Lebensversicherungen gemäss aktuellen Zahlen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) bei 146 Prozent und für Schadenversicherer bei 183 Prozent.

Eigenwillige Anlagepolitik

Die starke Eigenkapitalausstattung erlaubt es der Mobiliar nicht zuletzt, eine im Branchenvergleich einmalige Anlagepolitik zu betreiben. Über 15 Prozent der Kapitalanlagen sind in Aktien und Aktienfonds investiert, und 3,7 Prozent des Kapitals sind in physischem Gold angelegt.

Diese Anlageformen weisen typischerweise hohe Wertschwankungen auf, was sich je nach Richtung stark positiv, aber auch negativ auf Gewinn und Eigenkapital auswirken kann. Versicherungsunternehmen mit einem dünneren Kapitalpolster können sich das Risiko grosser Ausschläge nicht leisten und halten in der Regel einen Aktienanteil von deutlich unter 10 Prozent.

Die Mobiliar konnte 2016 von ihrer eigenwilligen Anlagepolitik profitieren und erzielt insbesondere dank dem stark gestiegenen Goldpreis eine starke Verbesserung des Finanzergebnisses. Dank diesem hat die Genossenschaft ihren Jahresgewinn um 14,5 Prozent auf 439,5 Millionen Franken gesteigert. Die Zunahme wäre ohne den patronalen ­Zuschuss in die betriebseigene Pensionskasse (72 Millionen Franken) noch deutlich höher ausgefallen. Das ist umso bemerkenswerter, als die Mobiliar im eigentlichen Versicherungsgeschäft 2016 leicht weniger verdiente als im Vorjahr.

Daniel Zulauf

daniel.zulauf@luzernerzeitung.ch

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