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VERSORGUNGSSICHERHEIT: Blackout-Versicherung für Firmen

Eine mehrmonatige Stromknappheit könnte Schäden von mehr als 100 Milliarden Franken verursachen. Nun haben Unternehmen eine Möglichkeit, sich finanziell abzusichern.
Kari Kälin
In Zürich ist der Strom ausgefallen. Blick auf den dunklen Bahnhofplatz. (Bild: Walter Bieri / Keystone (4. September 2016))

In Zürich ist der Strom ausgefallen. Blick auf den dunklen Bahnhofplatz. (Bild: Walter Bieri / Keystone (4. September 2016))

Kari Kälin

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) stuft ein Blackout als grösstes Katastrophen- und Notlagenrisiko in der Schweiz ein. Unrealistisch ist das Szenario keineswegs. Im letzten Januar konnte im benachbarten Frankreich ein Netzabsturz nur knapp verhindert werden – auch dank Schweizer Wasserkraft (wir berichteten).

Da künftig in Europa mehr Kernkraftwerke abgeschaltet werden und dessen Produktionsausfall durch unregelmässigen Wind- und Solarstrom ersetzt werden soll, steigt laut Experten die Blackout-Gefahr. Um das Netz stabil zu halten, muss die Stromproduktion immer mit dem Stromverbrauch übereinstimmen.

Schutz für Ware im Kühlregal

Laut dem Babs hat eine mehrmonatige Unterversorgung von Strom im Winter das Potenzial, Schäden von mehr als 100 Milliarden Franken zu provozieren. Helvetia bietet nun seit Anfang Juni als erste Versicherung in der Schweiz ein Produkt an, mit dem sich Firmen gegen die Unbill eines Netzabsturzes absichern können. Die versicherte Summe kann schnell einmal hunderttausend Franken erreichen.

Wie Sprecher Hansjörg Ryser sagt, hat Helvetia die Blackout-Versicherung vor allem wegen der fortschreitenden Digitalisierung und der damit verbundenen Verwundbarkeit geschaffen. «Kommt es zu Unregelmässigkeiten in der Stromversorgung, kann dies bei Firmen zu finanziellen Verlusten führen, beispielsweise bei Kühlregalen, weil während der Zeit eines Stromunterbruchs die darin gelagerten Waren verderben können», sagt Ryser. Das neue Angebot richtet sich etwa an Lebensmittelhersteller wie Käsereien. Passiert mitten in der Produktion ein Blackout, könnten sie ihren Käse nicht fertigstellen – und müssten einen entsprechenden Ausfall in Kauf nehmen. «Unsere Analysen haben gezeigt, dass ein massgeschneidertes Versicherungsprodukt fehlt, das sämtliche finanziellen Folgen einer Unregelmässigkeit in der Stromversorgung abdeckt», sagt Ryser. Für Privatpersonen ist eine solche Blackout-Versicherung vorläufig nicht vorgesehen.

Verein plant Volksinitiative

Urs Löpfe ist Präsident des Vereins Energieeffektivität Community, der sich der Blackout-Prävention verschrieben hat. Er begrüsst das neue Angebot der Helvetia Versicherungen. Löpfe rät Firmen und Privatpersonen, mittels Notstromaggregaten Blackout-Prävention zu betreiben. Als wichtiges Instrument zur Verhinderung eines Blackouts taxiert Löpfe Lenkungsabgaben, die den Energie- und Stromverbrauch drosseln sollen. Eine entsprechende Vorlage, es handelt sich um die zweite Etappe der kürzlich vom Volk angenommenen Energiestrategie, dürfte der Ständerat jedoch noch während der Sommersession versenken.

Löpfe will das Thema deshalb mit einer Volksinitiative wieder auf die politische Agenda bringen. Im gleichen Atemzug möchte er die Altersvorsorge auf ein solides Fundament stellen. Politiker haben im aktuell siebenköpfigen Initiativkomitee keinen Platz. Vielmehr sucht Löpfe unabhängige Experten.

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