Alstom
Verwirrung um Ségolène Royale: Jetzt ist GE plötzlich nicht mehr top für Alstom

In einem Interview äusserste sich Frankreichs Energieministerin Ségolène Royale positiv zum Übernahmeangebot von General Electrics für Alstom. Nun rudert sie zurück. Sie habe «keine Präferenz».

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Sprach sich für GE aus Ségolène Royale.

Sprach sich für GE aus Ségolène Royale.

Keystone

In der Übernahmeschlacht um den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom sorgt die französische Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal für Verwirrung. Nachdem sie am Mittwoch ein Angebot des US-Konzerns General Electric (GE) zunächst als "das beste Industrieprojekt" bezeichnet hatte, ruderte sie gleichentags wieder zurück.

Nach einer Kabinettssitzung in Paris lobte Royal plötzlich ein verbessertes Angebot des deutschen Konkurrenten Siemens. "Ich habe in dieser Phase keine Präferenz", erklärte sie.

Zuvor hatte die Ministerin der Zeitschrift "Paris Match" gesagt, das Übernahmeangebot von GE sei eine "sehr gute Gelegenheit für Alstom". Sie betonte, dass Frankreich nicht "systematisch" ausländische Investitionen meiden solle.

Schon in einer Twitter-Botschaft am Mittwoch relativierte sie allerdings ihre Aussagen zum GE-Angebot. Sie schrieb anlässlich eines Treffens mit Siemens-Chef Joe Kaeser und Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg mit Blick auf den deutschen Konzern, dass das "deutsch-französische Projekt gut vorankommt". Später sagte sie nach der Kabinettsitzung, dass Siemens sein Angebot verbessert habe.

Bisher hatten sich andere Spitzenvertreter der französischen Regierung für eine Übernahme durch den deutschen Siemens-Konzern stark gemacht, insbesondere Montebourg.

Der Verwaltungsrat von Alstom will bis Ende Mai über die Angebote zum Kauf der Energiesparte des französischen Unternehmens entscheiden, hat aber bereits seine Präferenz für GE deutlich gemacht. Der US-Konzern bietet 12,35 Mrd. Euro für den Alstom-Energiebereich, der insbesondere im Kraftwerksbau tätig ist.

Siemens will ein offizielles Angebot erst noch vorlegen, hat aber 10,5 bis 11 Mrd. Euro angeboten. Zudem soll das französische Unternehmen den Grossteil der Transport-Sparte von Siemens übernehmen dürfen. (sda)