Verwirrung um Berliner U-Bahnauftrag an Stadler

Siemens ziehe die Klage gegen die Auftragsvergabe zurück, schreibt der «Tagesspiegel». Doch Siemens dementiert.

Thomas Griesser Kym
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Komposition der Berliner U-Bahn. (Bild: PD)

Komposition der Berliner U-Bahn. (Bild: PD)

80 Wagen für die U-Bahn wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bei der Stadler Pankow GmbH bestellen. Doch die Auftragsvergabe liegt seit Monaten auf Eis, weil Stadler-Konkurrent Siemens Beschwerde eingelegt hat. Nun aber ziehe der Münchner Technologiekonzern seine Klage gegen den Kauf zurück. Das schrieb der Berliner «Tagesspiegel» am Donnerstag ohne Quellen­angabe. Siemens dementiert: «Wir sind weiterhin in Gesprächen mit den Berliner Verkehrsbetrieben, und es ist weiterhin ein laufendes Verfahren», sagt auf Anfrage Siemens-Sprecherin Ellen Schramke.

Die Berliner U-Bahn spricht von einer Notlage

Damit bleibt die Auftragsvergabe in der Schwebe. Die BVG wollen das neue Rollmaterial für 115 Millionen Euro bei Stadler Pankow bestellen, der Berliner Tochter des Ostschweizer Schienenfahrzeugbauers Stadler. Dabei wollen sich die BVG einer Direktvergabe bedienen und auf eine öffentliche Ausschreibung verzichten. Sie rechtfertigen dieses Vorgehen mit einer Notlage, weil wegen irreparabler Schäden an zahlreichen alten U-Bahn-Wagen Engpässe drohten. Weil Stadler im Rahmen eines anderen Auftrags ohnehin an neuen Wagen für die Berliner U-Bahn arbeitet, sei nur dieses Unternehmen in der Lage, rechtzeitig Ersatz zu liefern.

Ge­gen diese Direktvergabe hat Siemens Beschwerde eingelegt. Vor wenigen Wochen ist der Versuch einer gütlichen Einigung gescheitert, die nächste Verhandlung vor der Vergabekammer des Landes Berlin ist auf den kommenden 16. Oktober angesetzt.