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Von der Thurgauer Kantonalbank in die Raiffeisen-Geschäftsleitung: Heinz Huber wird Nachfolger von Patrik Gisel

Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung, verlässt die Thurgauer Kantonalbank (TKB). Er wird als Nachfolger von Patrik Gisel Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft. Den Vorsitz der TKB-Geschäftsleitung übernimmt per sofort interimistisch Hubers Stellvertreter Thomas Koller.
Nachfolger von Patrik Gisel bei Raiffeisen: Heinz Huber. (Bild: pd)

Nachfolger von Patrik Gisel bei Raiffeisen: Heinz Huber. (Bild: pd)

(pd/sda/red.) Heinz Huber wird per 7. Januar kommenden Jahres neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. Er tritt damit die Nachfolge von Patrik Gisel an, der das Unternehmen am 9. November per sofort verlassen hat, wie aus einer Mitteilung von Raiffeisen Schweiz hervorgeht. Gisel hatte seinen Hut genommen, nachdem seine Liaison mit der früheren Verwaltungsrätin Laurence de la Serna publik geworden war.

Michael Auer, der bis dahin die operative Leitung von Raiffeisen Schweiz sicherstellt, wird gemäss Raiffeisen die Einarbeitung des neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung übernehmen. In der Folge werde Auer wie angekündigt aus der Organisation ausscheiden.

«Auf Erfolgskurs gehalten»

Elf Jahre lang war Heinz Huber bei der Thurgauer Kantonalbank tätig, davon die letzten vier als Vorsitzender der Geschäftsleitung. René Bock, Präsident des Bankrates der TKB, sagt zum Weggang seines leitenden Angestellten:

«Heinz Huber hat unsere Bank in den letzten vier Jahren auf Erfolgskurs gehalten. Unter seiner Leitung ist, trotz herausforderndem Tiefzinsumfeld und intensivem Wettbewerb, der Geschäftsertrag deutlich gestiegen.»

Thomas Koller, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung ad interim, ist seit 2011 Mitglied im operativen Führungsgremium der TKB. «Er führt den erfolgreichen Geschäftsbereich Privatkunden», wie es in der Mitteilung der Kantonalbank heisst. Thomas Koller verfüge zudem über langjährige Erfahrung und Führungsverantwortung in verschiedenen Funktionen beim Schweizerischen Bankverein und bei Raiffeisen Schweiz.

«Erfahrene Führungsperson»

Vor seiner Zeit bei der Thurgauer Kantonalbank war Heinz Huber in verschiedenen Führungspositionen in der Finanzbranche beschäftigt. Raiffeisen teilt mit:

«Er verfügt über grosse Erfahrungen im Kreditgeschäft und ein fundiertes Know-how im Hypothekar- und Firmenkundengeschäft.»

Als Mitglied der Geschäftsleitung eines global tätigen IT-Unternehmens sowie Mitgründer und Geschäftsführer eines KMU im Bereich Informationsmanagement habe der Bankfachmann einen ausgeprägten unternehmerischen Hintergrund und IT-Affinität.

Heinz Huber verfügt über einen Master of Business Administration (MBA) an der University of Rochester und hat das Advanced Management Program (AMP) der Harvard Business School absolviert.

«Wir freuen uns, dass wir mit Heinz Huber eine erfahrene Führungsperson als neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewinnen konnten. Sein unternehmerisches Denken und seine Umsetzungsstärke haben den Verwaltungsrat überzeugt», sagt Guy Lachappelle, Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz. Hubers kunden- und marktorientierter Ansatz sowie seine persönlichen Wertvorstellungen passten ideal zur DNA der Raiffeisen Gruppe.

Heinz Huber selbst sagt zu seiner Ernennung:

«Das Geschäftsmodell von Raiffeisen hat mich seit jeher fasziniert. Die genossenschaftlichen Werte, insbesondere die Nähe zu den Kunden und die unternehmerische Verantwortung, lebe ich schon heute.»

Loslösung von der Ära des früheren CEO Vincenz

Mit der Ernennung eines neuen Chefs setzt die Raiffeisen-Gruppe die Erneuerung der Führungsspitze und damit auch die Loslösung von der Ära des umstrittenen CEO Pierin Vincenz fort. Die Raiffeisen-Delegiertenversammlung hatte am 10. November mit Guy Lachappelle, dem vormaligen Chef der Basler Kantonalbank, einen neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt und weitere Verwaltungsräte aus der «Vincenz-Ära» ersetzt.

Gegen den 2015 als Raiffeisen-CEO zurückgetretenen Pierin Vincenz läuft eine Strafuntersuchung der Zürcher Staatsanwaltschaft wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. In seiner Zeit als CEO, als Raiffeisen durch eine starke Expansion und zahlreiche Übernahmen aufgefallen war, soll er laut den Vorwürfen bei Akquisitionen auch persönlich abkassiert haben. Vincenz war wegen der Vorwürfe wochenlang in Untersuchungshaft.

Eine interne Untersuchung von Raiffeisen war zum Befund gekommen, dass in der Zeit von Vincenz teilweise «strategisch fragwürdige» Investitionen getätigt und Firmenkäufe zu teuer bezahlt wurden. Zudem habe unter Vincenz eine «Kultur des vorauseilenden Gehorsams» geherrscht, hiess es in der Untersuchung, deren Resultate teilweise an der Delegiertenversammlung veröffentlicht worden waren.

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