Von Empfehlung bis Zwang: So regeln die Unternehmen den Umgang mit Homeoffice

Einige Firmen wie Novartis verpflichten ihre Mitarbeiter von zu Hause aus zu arbeiten, sofern das möglich ist. Andere Unternehmen sind nicht ganz so streng.

Andreas Möckli
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Viele Büros sind derzeit verwaist.

Viele Büros sind derzeit verwaist. 

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Die grossen Unternehmen in der Schweiz versuchen trotz Corona-Krise den Betrieb möglichst aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig stehen die Firmen vor der Herausforderung, die Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen. So fordern viele Unternehmen ihre Mitarbeiter auf, von zu Hause aus zu arbeiten, wie eine Umfrage zeigt.

Beim Pharmakonzern Novartis etwa gilt seit Montag sogar eine Pflicht, von zu Hause aus zu arbeiten. Davon ausgenommen sind Mitarbeiter, die in der Produktion oder in Labors arbeiten. Die Massnahme sei den Angestellten am Samstag mitgeteilt worden und gelte vorerst drei Wochen.

Andere Firmen gehen bislang nicht ganz so weit. Der Versicherer Zurich etwa empfiehlt seinen Mitarbeitern «ausdrücklich», von zu Hause aus zu arbeiten. Mehr als 50 Prozent hätten ins Homeoffice gewechselt, sagt ein Sprecher. Diese Arbeitsform sei die geeignete Vorsichtsmassnahme, um das Risiko einer Ausbreitung des Virus möglichst rasch einzuschränken.

Notfalls mit dem Taxi zur Arbeit

Zahlreiche Firmen wie etwa die UBS, Credit Suisse und Nestlé haben dabei ihre Mitarbeiter in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils abwechselnd zu Hause oder im Büro arbeiten. Die CS hat diese Massnahme bereits Anfang März eingeführt. Das sogenannte «Split Office» werde schrittweise ausgedehnt, sagt ein Sprecher. Die benötigten IT-Kapazitäten seien substanziell erhöht worden und könnten dem aktuellen Bedarf laufend angepasst werden.

Mehrere Unternehmen betonen, dass ihre Mitarbeiter schon länger von zu Hause aus arbeiten können. Diese Kultur sei «sehr ausgeprägt», schreibt etwa die Swisscom. Bei der Post nutzen unabhängig von der aktuellen Situation von 12‘000 möglichen Mitarbeitern rund 9000 Angestellte die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.

Der Versicherer Swiss Life hat heute den Kreis der Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, ausgeweitet. Sämtliche Mitarbeiter, die keine geschäftskritischen Tätigkeiten ausüben, arbeiten von zu Hause aus. Dies betreffe einen Grossteil der Mitarbeiter, sagt ein Sprecher. Zuvor hatte Swiss Life die Mitarbeiter ebenfalls in zwei Gruppen aufgeteilt. Jene Angestellte, die dennoch ins Büro müssten, würden sichere und gute Bedingungen am Arbeitsplatz angeboten. So sind etwa entsprechende Parkplätze verfügbar. Swiss Life übernimmt auch die Kosten für Taxis, falls Mitarbeiter kein Auto besitzen.

Nicht überall ist Homeoffice möglich

Doch für gewisse Unternehmen sind dem Homeoffice auch Grenzen gesetzt. Beim Milchverarbeiter Emmi etwa arbeitet der Grossteil der Mitarbeiter in der Produktion, angegliederten Bereichen oder in der Logistik. Bislang habe die Corona-Krise denn auch keinen Einfluss auf die Produktion. Deren Aufrechterhaltung ist sei neben dem Schutz der Gesundheit der Angestellten das Hauptziel von Emmi.

Zum Schutz der Mitarbeiter verstärken die Unternehmen auch die Hygienemassnahmen. So hat etwa die Swisscom das Reinigungspersonal angewiesen, kritischen Flächen vermehrt zu reinigen und zu desinfizieren. An gewisse Standorte wie etwa den Shops von Swisscom wird derzeit noch häufiger als sonst gereinigt.

Auch was Sitzungen und Kundenanlässe anbelangt, haben die Unternehmen reagiert. Swiss Life etwa führt Sitzungen nur noch mittels Telefon oder Videokonferenz durch, dies gelte auch für den Kontakt mit Kunden. Swisscom hat etwa sämtliche internen und externen Besprechungen sowie Anlässe mit über 25 Personen abgesagt. Zum Teil werden diese verschoben oder andere Formen wie Online-Streaming gesucht.

Bei Geschäftsreisen sind die Firmen schon seit längerem restriktiv. Bei Novartis etwa müssen sämtliche Reisen bewilligt werden. Die Post verzichtet sogar bis auf weiteres auf sämtliche Reisen ins Ausland.

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