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Vorsicht beim Sparkontobezug

Die Luzerner Kantonalbank setzt per Anfang Jahr neue Vorschriften um. Das wirkt sich auf die Sparkonti aus: Wer viel Geld beziehen will, muss dies vorzeitig planen – sonst drohen Strafgebühren.
Maurizio Minetti
Sparkontobezüge werden auch bei der LUKB teurer. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 27. Januar 2016)

Sparkontobezüge werden auch bei der LUKB teurer. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 27. Januar 2016)

Kunden der Luzerner Kantonalbank (LUKB) werden künftig nicht mehr so schnell und unkompliziert wie bisher grössere Sparbeträge abheben können. Grund: Die Bank wird per 1. Januar 2019 schärfere Liquiditätsvorschriften der Finanzmarktaufsicht Finma umsetzen. Die Vorschriften gelten seit 2015 und wurden von anderen Banken in den letzten Jahren sukzessive umgesetzt. Nun zieht die LUKB nach.

Um was geht es? Im Nachgang zur Finanzkrise haben Regulierungsbehörden weltweit die Liquiditätsvorschriften für Banken verschärft. Finanzinstitute sind dadurch besser kapitalisiert als früher und – so die Meinung – besser geschützt im Fall einer Krise. Ziel ist es, dass Banken jederzeit über genügend liquide Mittel verfügen, um eine Krisenperiode mit hohen Geldabflüssen von Kunden zu überstehen.

«Regulierung zu Lasten der Kunden»

So war es bisher: Ein Kunde beschliesst zum Beispiel, von einem Tag auf den anderen 50 000 Franken von seinem Sparkonto zu beziehen, um ein Auto zu kaufen. Gebühren sind dabei kaum fällig. Neu wird bei einem solchen nicht fristgerechten Geldbezug eine sogenannte «Nichtkündigungskommission» von mindestens 2 Prozent verrechnet. Allerdings nicht auf den ganzen Betrag: Je nach Bank sind 20 000 oder 25 000 Franken ohne Gebühr beziehbar. In diesem Beispiel wären also mindestens 500 Franken fällig. Die Strafzahlung gilt auch bei einem Übertrag von einem Spar- zu einem Privatkonto bei der gleichen Bank, sofern die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird.

Die neuen Bestimmungen führen zudem dazu, dass Sparkonti nicht mehr als Parallelkonti zu Wertschriftendepots möglich sind. Wertschriftentransaktionen erfolgen unter dem neuen Regime über ein Transaktionskonto, zum Beispiel über ein Privatkonto. Wer die Zahlung der Strafgebühr vermeiden will, muss den Geldbezug schon Monate im Voraus planen und die entsprechenden Kündigungsfristen einhalten. Auch diese Fristen variieren von Bank zu Bank.

Mit dieser von der Finma vorgegebenen Massnahme verhindern Banken, dass sie innert kurzer Zeit grosse Beträge verlieren. Maurice Pedergnana, Bankenprofessor an der Hochschule Luzern, findet solche Regulierungen stossend: «Das ist ein weiteres Beispiel für eine Regulierung, die zu Lasten der Kunden geht», sagt er. Es lohne sich, Spargelder rechtzeitig aufs normale Bankkonto, das nur marginal weniger Zinsen abwirft, zu transferieren. Hier gelten die neuen Gebühren nicht. Die Banken sind im Übrigen nicht verpflichtet, diese Gebühren ihren Kunden weiter zu verrechnen. Tun sie es nicht, müssen sie allerdings anderweitig schauen, dass sie genügend liquide Mittel haben, um die Vorgaben der Finma einzuhalten.

Wir schätzen zum heutigen Zeitpunkt mit Mehrkosten – je nach Zinsumfeld – von 5 bis 10 Millionen Franken pro Jahr.

Eins ist klar: Reich wird die LUKB mit den Gebühren nicht – im Gegenteil. Sprecherin Ursi Ineichen sagt, dass die durch die verschärften Liquiditätsbestimmungen anfallenden Zusatzkosten jede Bank selbständig tragen müsse: «Wir schätzen zum heutigen Zeitpunkt mit Mehrkosten – je nach Zinsumfeld – von 5 bis 10 Millionen Franken pro Jahr.» Allfällige durch den Kunden zu bezahlende Gebühren könnten diese Zusatzkosten für die Bank reduzieren, räumt sie ein. «Wir rechnen jedoch nicht mit wesentlichen Summen aus diesen Gebühren», so die Sprecherin. Die LUKB werde auch in Zukunft den grössten Teil dieser Zusatzkosten selber tragen. Über die Höhe des Freibetrags und Kündigungsfristen informiert die LUKB ihre Kunden im September. Bei Grosskunden hat die LUKB die Vorschriften schon früher umgesetzt.

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