Konsum
Vorzeitig, absichtlich und defekt: Konsumentenschutz lanciert Produkte-Pranger

Hersteller stehen im Verdacht, die Lebensdauer von Produkten zu verkürzen, damit diese häufig ersetzt werden müssen. Nun richtet die Stiftung für Konsumentenschutz ein Meldeportal ein. Konsumenten können dort vorzeitige Produktdefekte melden.

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Konsumgut Handy: Smartphones haben diese herkömmlichen Geräte längst abgelöst. Die Swisscom sammelt sie.Keystone

Konsumgut Handy: Smartphones haben diese herkömmlichen Geräte längst abgelöst. Die Swisscom sammelt sie.Keystone

Immer mehr Hersteller stünden im Verdacht, die Lebensdauer ihrer Produkte künstlich zu verkürzen, damit Konsumenten diese häufiger ersetzen müssten, schreibt der «SonntagsBlick». Damit steigern die Hersteller ihren Profit.

Jetzt hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) gegen diese «geplante Obsoleszenz» den Kampf angesagt. Auf ihrer Internetseite hat die SKS eigens dafür einen Produkte-Pranger lanciert. «Wir haben ein Portal aufgeschaltet, auf dem Konsumenten uns Produkte und Defekte melden können», sagt Projektleiter Ivo Meli gegenüber dem «SonntagsBlick».

Am meisten betroffen seien Haushalts- und Bürogeräte, PCs, Handys und Fernseher.

System statt Zufall

«Manche Hersteller verbauen absichtlich billige, kurzlebige Einzelteile», sagt Meli. So gebe es etwa Mixer, bei denen bei zwei ineinandergreifenden Zahnrädern eines aus Metall, das andere aus Kunststoff sei. «Da ist es klar, dass das schwächere Zahnrad schneller verschleisst.»

Mit dem Produkte-Pranger will die SKS zeigen, dass dieses Phänomen weit verbreitet ist und sich nicht mit Zufall erklären lässt. Bisher streiten die Hersteller eine solche geplante Obsoleszenz vehement ab.

Weiter fordert die SKS eine Erhöhung der Garantiezeit von zwei auf fünf Jahre. Auch sollen die Hersteller garantieren, dass die Produkte kostengünstig repariert werden und Ersatzteile erhältlich sind.