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VR-Präsident von Meier Tobler kauft massiv Aktien hinzu – unzufriedener Grossaktionär reduziert

Im Aktionariat des Haustechnikunternehmens kommt es zu Umwälzungen. Verwaltungsratspräsident Silvan Meier baut seinen Anteil aus und beendet den Aktionärsvertrag mit Ferguson.
Livio Brandenberg
Blick in das Logistikzentrum von Meier Tobler in Nebikon. (Bild: Pius Amrein, 8. August 2017)

Blick in das Logistikzentrum von Meier Tobler in Nebikon. (Bild: Pius Amrein, 8. August 2017)

Der Verwaltungsratspräsident von Meier Tobler, Silvan Gian-Reto – genannt G.-R. – Meier kauft von Ferguson 1,2 Millionen Aktien, was 10 Prozent des Aktienkapitals von Meier Tobler entspricht. Neu hält Meier 43,6 Prozent der Aktien direkt oder über die Gesellschaft Meier Capital, wie das Unternehmen mit Sitz in Egolzwil am Freitag mitteilte. Der Anteil des Grossaktionärs Ferguson sinkt dadurch auf 29,2 Prozent. Der Anteil an frei handelbaren Aktien, also der Free Float, liegt unverändert bei 27,2 Prozent. Ausserdem wurde der Aktionärsbindungsvertrag zwischen Ferguson und Silvan G.-R. Meier beziehungsweise Meier Capital vollständig aufgelöst.

In diesem Zusammenhang kündigt der Ferguson-Vertreter Simon Oakland seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat des Schweizer Marktführers im Bereich Klimatechnik an; er werde sich an der Generalversammlung vom 27. März 2019 nicht mehr zur Wahl stellen. Unabhängig davon wird sich gemäss Mitteilung auch Alfred Gaffal nicht zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat stellen. Zusammen mit dem Jahresabschluss will Meier Tobler am 21. Februar neue Mitglieder für das Gremium bekanntgeben.

Vertrauen erodiert

Das Vertrauen des Grossaktionärs Ferguson (ehemals Wolseley) in Meier Tobler schwindet offenbar weiter. Bereits im letzten Oktober haben die Briten eine Wertberichtigung auf ihrem Aktienpaket vorgenommen – und zwar unter den damaligen Marktwert. Der Verwaltungsrat von Meier Tobler distanzierte sich damals von dieser Massnahme und der damit verbundenen neuen Bewertung der Aktien.

Nach dem Zusammenschluss der Firmen Walter Meier und Tobler im Jahr 2017 beschäftigten die neu formierte Gesellschaft verschiedene betriebliche Probleme. Die Gruppe verzichtete in der Folge auf die Bezahlung einer Dividende, was zu einem deutlichen Kursrückgang führte und Ferguson zur erwähnten Wertberichtigung veranlasste. Um die Probleme anzugehen, hat Meier Tobler verschiedene Massnahmenpakete lanciert. So wurde unter anderem eine Hierarchiestufe gestrichen und ein Teil der Führung ausgewechselt.

Laut Analysten befindet sich Meier Tobler in einer herausfordernden Phase; während die neu zusammengeschlossene Grosshändlerin intern mit den Tücken der Integration zu kämpfen habe, biete auch das garstige Marktumfeld kaum Unterstützung. In diesem «stürmischen» Umfeld könne ein langfristig orientierter Aktionär eine Stütze sein und strategische Anpassungen liessen sich schnell implementieren, ist ein Analyst der Zürcher Kantonalbank überzeugt. Als problematisch sieht dieser jedoch den nach wie vor tiefen Free Float.

Neuer Leiter Verkauf und Marketing

Gleichzeitig mit den Umwälzungen gibt Meier Tobler die Ernennung eines neuen Leiters für den Bereich Verkauf und Marketing bekannt. Patrik Forster übernimmt diesen Bereich am 1. März 2019 und wird Mitglied der Geschäftsleitung von Meier Tobler. Forster war zuletzt COO und Mitglied der Gruppenleitung des Schweizer Baustoffhandels-Konzerns Debrunner Koenig. Seit August 2018 wurde dieser Bereich interimistisch von CEO Martin Kaufmann geführt.

An der Börse büssten die Aktien von Meier Tobler am Freitag in den ersten Handelsstunden knapp 1 Prozent ein, worauf sie sich bis am Mittag fingen. Im vergangenen Jahr rutschten die Titel um über 60 Prozent ab.

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