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Kommentar

Warum wir uns über den Nationalbank-Verlust freuen dürfen

Trotz einem Verlust von 15 Milliarden Franken ist das Volksvermögen bei der Nationalbank gut aufgehoben. Denn gemessen an den miesen Bedingungen liefert die SNB eine gute Leistung ab. Die Frage ist: Was soll mit künftigen Milliardengewinnen geschehen?
Daniel Zulauf
Daniel Zulauf.

Daniel Zulauf.

Die Nationalbank hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 15 Milliarden Franken eingefahren. Das ist ein enormer Betrag, wenn man ihn zum Beispiel mit dem aggregierten Gewinn von 42 Milliarden Franken vergleicht, den die 30 grössten Firmen an der Schweizer Börse 2017 erwirtschaftet haben.

Aber wenn die Nationalbank die Jahresbilanz abschliesst, stehen dort im Saldo immer erschreckend hohe Zahlen. Daran haben wir uns in der zurückliegenden Dekade gewöhnt. Und meistens fühlen sich die Schocks ja angenehm an. So etwa im Januar 2018, als die Nationalbank ihren bisherigen Rekordgewinn von fast 55 Milliarden Franken vermelden konnte. Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2018 belief sich der Jahresgewinn auf über 8 Milliarden Franken, wobei viermal ein negatives und sechsmal ein positives Jahresergebnis herauskam. Keine Geiss schleckt es weg: Das Volksvermögen ist bei der Nationalbank gut aufgehoben. Das hat das Noteninstitut auch 2018 bewiesen. Setzt man den Verlust, den die SNB mit ihren Fremdwährungsanlagen eingefahren hat, nämlich ins Verhältnis zum durchschnittlichen Devisenbestand, dann ergibt sich daraus eine Anlageperformance für das Jahre 2018 von -2,1 Prozent. Gemessen an den miesen Bedingungen, die seit Herbst auf den Finanzmärkten herrschen, ist das eine Top-Leistung.

Während wir uns also selbst über Verluste der Nationalbank freuen können, sollten sich die Frankenwächter endlich einmal überlegen, was sie mit den nächsten Milliardengewinnen zu tun gedenken. Das bestehende Ausschüttungsmodell, das Bund und Kantonen jährlich 2 Milliarden Franken zukommen lässt, ist bei einem jährlichen Gewinnpotenzial von 15 Milliarden Franken sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Nationalbank scheut die Idee eines Staatsfonds wie der Teufel das Weihwasser. Aber wenn sie verhindern will, dass sich die Politik irgendwann trotzdem zur Schaffung eines solchen Vehikels entschliesst, darf sich die SNB vernünftigen Ideen für Alternativen nicht verschliessen und der öffentlichen Diskussion ausweichen wie bisher.

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