Was LafargeHolcim mit der Zentralschweiz verbindet

Im Dezember hat der Zementkonzern den neuen Hauptsitz in Zug bezogen. Auch in anderen Zentralschweizer Kantonen ist LafargeHolcim präsent.

Maurizio Minetti
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LafargeHolcim-CEO Jan Jenisch mit Finanzchefin Géraldine Picaud an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Walter Bieri/Keystone, 7. März 2019)

LafargeHolcim-CEO Jan Jenisch mit Finanzchefin Géraldine Picaud an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Walter Bieri/Keystone, 7. März 2019)

Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat letztes Jahr den Umsatz gesteigert und wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das hört man in Zug gerne, denn Mitte Dezember hat der Zementkonzern seinen neuen Hauptsitz am Grafenauweg 8 in der Nähe des Bahnhofs bezogen. Auf rund 3900 Quadratmetern beschäftigt LafargeHolcim dort aktuell rund 140 Mitarbeitende in Zentralfunktionen wie Finanzen, HR oder Kommunikation.

Konzernchef Jan Jenisch, der Zug als ehemaliger CEO des Baarer Baustoffkonzerns Sika gut kennt, begnügt sich mit einem 16 Quadratmeter grossen Büro. «Die Zeiten sind bei uns vorbei, als der Konzernchef ein grosses Büro brauchte. Es soll auch ein kulturelles Signal sein, dass die Bedeutung der Funktion nicht mit der Bürogrösse korreliert. Ich bin nur etwa fünf Tage im Monat am Konzernsitz. Viel Zeit verbringe ich damit, unsere Mitarbeiter, Werke und Kunden vor Ort zu besuchen», sagte Jenisch Ende 2018 der «Sonntagszeitung». Auch Finanzchefin Géraldine Picaud und Verwaltungsratspräsident Beat Hess haben ihre Büros in der Grafenau. Vormieter waren das Beratungsunternehmen PWC und der Pharmakonzern AstraZeneca.

Diverse Projekte und Werke in der Region

Darüber hinaus hat LafargeHolcim in der Zentralschweiz schon seit geraumer Zeit eine grosse Präsenz. Es gibt drei Kies- beziehungsweise Schotterwerke in Brunnen SZ, Kehrsiten NW und Oberdorf NW. In Cham ZG, Küssnacht SZ und Oberdorf NW befinden sich Betonwerke.

Das Schotterwerk Kehrsiten ist das einzige Hartsteinwerk von Holcim in der Schweiz. Hartgestein ist besonders abrieb- und druckfest und daher ein Rohstoff von nationaler Bedeutung. Mit dem Schotter aus Kehrsiten liefere Holcim «einen wichtigen Beitrag zum Unterhalt der Schweizer Verkehrsinfrastruktur», teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Allein die SBB benötigen für den Bau und Unterhalt des Bahnnetzes jährlich 550000 Tonnen Hartgestein für Gleisschotter, wovon 60000 aus Kehrsiten kommen.

Zu den Bauprojekten mit Beteiligung von LafargeHolcim in der Region zählt zum Beispiel auch die Südumfahrung Küssnacht am Rigi: Die neue Südumfahrung mit dem 500 Meter langen Tunnel wird voraussichtlich ab 2020 das Dorfzentrum vom Durchgangsverkehr entlasten. LafargeHolcim streicht auch die SBB-Unterführung Sempach heraus. Als erste Bauherrin weltweit setzen die SBB bei der Eisenbahnbrücke auf «Ultra-Hochleistungs-Faserbeton». Bei dem Projekt wurden die Brückenplatte und Randträger aus dem smarten Material gefertigt. Ultra-Hochleistungs-Faserbeton ist wasserdicht, rissfest und weist eine hohe Druck- und Zugfestigkeit auf; eine Abdichtung ist dadurch nicht erforderlich und das Schotterbett kann direkt auf der Brückenplatte aufgelegt werden. 

Holcim liefert ausserdem für die Tangente Zug/Baar Beton und Kies und nimmt Aushub entgegen. Beton liefert Holcim zudem unter anderem auch für die Autobahn A4 (Küssnacht-Brunnen) und für die Suurstoffi Rotkreuz: Auf dem ehemaligen Industrie-Areal in Risch Rotkreuz entsteht gerade ein klimaneutrales Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten gleichermassen Platz finden sollen.