Hitze
Wegen Hitze: Swiss lässt Passagiere und Gepäck in London zurück

Die aktuelle Sommerhitze macht auch der Fluggesellschaft Swiss zu schaffen: Weil ein Flugzeug zu schwer für den Start war, liess die Swiss kurzerhand mehrere Passagiere und Gepäckstücke am Flughafen London City zurück.

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Die Swiss-Maschine musste am Flughafen London City der Hitze Tribut zollen und ohne Gepäck nach Zürich zurück fliegen.

Die Swiss-Maschine musste am Flughafen London City der Hitze Tribut zollen und ohne Gepäck nach Zürich zurück fliegen.

Keystone

Was zuerst wie ein schlechter Scherz klang, wurde plötzlich ernst. Wegen zu viel Gewicht konnte eine Swiss-Maschine ihren Rückflug am Montagabend von London City nach Zürich nicht wie geplant antreten. Die Begründung: «Die Hitze in England und die zu kurze Startbahn.»

Per Durchsage wurden freiwillige Passagiere aufgefordert, ihr Gepäck in der englischen Hauptstadt zurückzulassen. Da sich niemand auf diesen Aufruf meldete, wurden zufällig Gepäckstücke aus dem Flugzeug entladen, wie ein Leserreporter gegenüber «20 Minuten» den Fall schildert.

In Zürich folgte dann der grosse Schock: Die Gepäckausgabe blieb geschlossen, alle Passagiere mussten sich zum Lost & Found Schalter in der Ankunftshalle begeben.

Der Lesereporter berichtete in 20 Minuten von einer extrem hitzigen Stimmung. Die Leute hätten sich extrem aufgeregt. Doch nicht nur das Gepäck: Laut der Swiss konnten auch einige Passagiere den Flug nicht antreten.

Längere Startstrecke oder weniger Gewicht

Hansjörf Bürgi, Chefredaktor von SkyNews.ch erklärte in 20 Minuten, dass ein Flugzeug bei hoher Lufttemperatur aus physikalischen Gründen länger braucht, um abzuheben.

Weil sich die warme Luft ausdehnt, hat das Flugzeug weniger Auftrieb und die Triebwerkleistung nimmt dadurch ab. Trotz modernsten Techniken lässt sich dagegen nur wenig unternehmen.

Die effektivste Variante sei die Verringerung des Gewichts der Maschine. Zudem hilft laut Bürgi eine längere Startstrecke bis zum Abheben. Die Piste in London City gehört mit rund einem Kilometer allerdings zu den kürzeren Startstrecken.

Die Fluggesellschaft Swiss bestätigte den Vorfall. Zu 20 Minuten sagte Sprecherin Ptassek: «Es wird ad hoc entschieden, ob man aufgrund der Wetterbedingungen das Start-Gewicht verringern muss. Zuerst wird meistens die Fracht ausgeladen, dann unter Umständen auch Gepäck oder Passagiere.»

Die zurückgelassenen Passagiere wurden allerdings finanziell entschädigt und das Gepäck der anderen Fluggäste nach Zürich nachgeschickt.

Obwohl dies bei der Swiss bisher erst bei Flügen ab London und einem Flug ab Dubai geschah, ist diese Massnahme grundsätzlich auf allen Flughäfen denkbar. Denn bei hohen Temperaturen und randvollen Flugzeugen können auch längere Pisten nicht weiterhelfen.

Die zahlreichen Reisenden vom nächsten Wochenende können sich bei Temperaturen von fast 35 Crad auf ein ähnliches Szenario gefasst machen. (rom)