Bahn
Wegen Online-Tickets: SBB wollen Bahnschalter schliessen

Weil immer mehr Fahrgäste ihre Zugbillette online oder über das Mobiltelefon kaufen, braucht es künftig weniger Verkaufsstellen. Die SBB werden deshalb laut SBB-Präsident Ulrich Gygi in den nächsten Jahren Bahnschalter schliessen.

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In den nächsten will die SBB einige Bahnschalter schliessen. (Symbolbild)

In den nächsten will die SBB einige Bahnschalter schliessen. (Symbolbild)

Keystone

Wie viele Bahnschalter von der Schliessung betroffen sind, ist offen. "Aber es ist klar, dass wir längerfristig nicht einfach neue Verkaufskanäle wie Online und das Mobiltelefon hinzufügen können, ohne die Verkaufsstellen zu reduzieren", sagte Gygi im Interview mit der "SonntagsZeitung".

Vor zehn Jahren habe noch rund die Hälfte der Reisenden das Billett im bedienten Verkauf bezogen; heute gehe nur noch ein Viertel an den Schalter. "Wir rechnen damit, dass sich unsere Fahrgäste bis in zehn Jahren neun von zehn Fahrausweisen in der Selbstbedienung kaufen." Die SBB müssen die Kosten der Verkaufskanäle in den Griff bekommen.

In den vergangenen zehn Jahren ist jeder dritte bediente Bahnschalter verschwunden. Das entspricht 97 Schliessungen, wie die „Schweiz am Sonntag“ schreibt. Auch 2014 verschwanden weitere sechs bediente Stationen, noch an 179 Bahnhöfen konnten Ende Jahr Billette am Schalter gekauft werden. Gegenüber 2002 hat sich die Zahl der bedienten Bahnhöfe damit halbiert.

Nur noch eines von vier Tickets wird mittlerweile am Schalter gekauft. Die Verkäufe auf der Internetseite und in der App stiegen letztes Jahr um 18 Prozent. „Es ist nicht die Frage, wie viele Schalter wir wollen, sondern wie unsere Kunden ihre Billette kaufen. Wir sehen ein sehr starkes Wachstum auf den automatischen Kanälen“, sagt SBB-Chef Andreas Meyer der Zeitung. Die SBB würden aber auch in Zukunft „genügend persönliche Anlaufstellen“ zur Verfügung stellen.

Die Alternativen zum Schalter müssen laut Gygi gut funktionieren - "sonst haben wir Feuer im Dach". In Frage kommt neben dem Onlineverkauf beispielsweise ein Callcenter, "in dem dann auch tatsächlich jemand abnimmt".

Kombinationen mit Ladenangeboten nach Vorbild der Post hält Gygi nicht für sinnvoll, da das Billettsortiment der SBB zu kompliziert sei. Auch ein Versuch mit Zahlungsverkehr am Bahnschalter ist gefloppt: Ein Pilotversuch mit der Möglichkeit, am SBB-Schalter Rechnungen zu zahlen, wurde 2013 nach rund eineinhalb Jahren abgebrochen.