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Wegen Riesenverlusten: UBS zahlt keine Steuern mehr

In Opfikon dürfte die UBS bis 2013 keine Steuern bezahlen – was somit auch für die ganze Schweiz gilt.

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Marco Häusler

Wohl bis 2012 wird die UBS dem Fiskus der Stadt Opfikon-Glattbrugg keinen Rappen Ertragssteuer abliefern. Das geht aus einer Antwort des Opfiker Stadtrates auf eine Interpellation im Stadtparlament hervor. «Mit dem 2008 effektiv ausgewiesenen Riesenverlust von 20,9 Milliarden Franken» werde sich das «mit grosser Wahrscheinlichkeit bis auf das Jahr 2013 ausdehnen», hält der Stadtrat weiter fest. Er stützt sich dabei auf ein Treffen «mit dem Steuerverantwortlichen der UBS», das am 15. Juli 2008 stattgefunden habe.

Quelle tröpfelt nur noch

In Opfikon-Glattbrugg galt die UBS jahrelang als beste Steuerzahlerin, weil über ihren grossen Sitz an der Europastrasse dank entsprechenden Steuerausscheidungen jeweils Millionen von Franken aus der Schweizer Grossbank in die Stadtkasse flossen.

Ganz versiege diese Quelle aber nicht, sagt Opfikons Finanzvorstand Werner Brühlmann, weil die Kapitalsteuer natürlich nach wie vor fällig werde, da diese vom Eigenkapital und nicht vom Geschäftsergebnis abhängt. In Opfikon erwartet er so pro Jahr auch künftig einen durchschnittlichen Ertrag von etwa 1,5 Millionen Franken.

CS früher über dem Berg

In seiner Interpellation mit dem Titel «Ursachen und Lehren aus der Finanzkrise in Opfikon-Glattbrugg» hatte sich der SP-Politiker Abdel Aziz unter anderem auch nach den Steuern aus anderen ansässigen Grossfirmen erkundigt. «Bezüglich künftiger Steuermindererträge» verfüge der Stadtrat «über keinerlei Hinweise», antwortet ihm der Stadtrat.

Konkrete Kenntnisse lägen ihm nur zur Credit Suisse (CS) vor. Diese weise wegen der Finanzkrise für das Geschäftsjahr 2008 einen Verlust von rund 8,2 Milliarden Franken aus. In Opfikon führe das - auch als Folge der Verlustverrechnung - 2009 und 2010 mutmasslich ebenfalls zu einem Totalausfall an Ertragssteuern. An Kapitalsteuern erwartet der Stadtrat jährlich ungefähr 100 000 bis 200 000 Franken von der CS.

Weil Opfikon vor der Finanzkrise jeweils nur über Steuerausscheidungen aus den Hauptsitzen profitierte, bedeutet das im Umkehrschluss nun, dass beide Grossbanken auch dort vorläufig keine Ertragssteuern abliefern werden: Die CS bis mindestens 2010 in Zürich und die UBS voraussichtlich sogar bis 2013 in Zürich sowie in Basel.