Tourismus
Weko nimmt Hotelbuchungsportale unter die Lupe

Nach einer Anzeige des Branchenverbands Hotelleriesuisse und einzelner Hoteliers hat die Wettbewerbskommission (Weko) im Frühjahr eine Vorabklärung gegen alle grossen Hotelreservationsplattformen gestartet, darunter booking.com, hrs.de und hotel.de.

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Hotelschlüssel an einer Reception (Symbolbild)

Hotelschlüssel an einer Reception (Symbolbild)

Keystone

«Wir klären ab, ob die Bestpreisgarantie dieser Buchungsplattformen den Wettbewerb beschränkt, das heisst, ob die Hoteliers in ihrer freien Preisgestaltung eingeschränkt sind», bestätigt Vizedirektor Olivier Schaller Recherchen der Zeitung «Der Sonntag».

Laut einem Rechtsgutachten, das Hotelleriesuisse bei einem externen Experten in Auftrag gegeben hat, bestehen Anhaltspunkte, dass die Bestpreis- und die Verfügbarkeitsgarantie die Wettbewerbsfreiheit der Hotels beeinträchtigen. Sie verlangt nun von der Weko, ihre Untersuchung zu forcieren, «ob Betreiber von Buchungsplattformen eine marktbeherrschende Stellung innehaben, welche missbräuchlich ausgenutzt wird».

Die Onlinedienste ritzen laut Hotelleriesuisse nicht nur das Kartellrecht, sondern täuschen die Hotelgäste mit gekauften Rankings auch über die Qualität der Hotels. Oft erfolge die Reihenfolge, in welcher die Hotels auf den Website erscheinen, nicht nach erkennbaren Kriterien. Gemäss dem Gutachten von Hotelleriesuisse kann somit unlauterer Wettbewerb vorliegen.