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WELTWIRTSCHAFTSFORUM: Schweiz bleibt auf Platz 1

Die alten Industrieländer sind in den Ranglisten der wettbewerbsstärksten Nationen auf die vordersten Plätze abonniert. Eindeutige Erklärungen dafür gibt es nicht.
Daniel Zulauf
Der Global-Competitiveness-Index des Davoser Weltwirtschaftsforums wurde gestern in Genf vorgestellt. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Der Global-Competitiveness-Index des Davoser Weltwirtschaftsforums wurde gestern in Genf vorgestellt. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Daniel Zulauf

Der Global-Competitiveness-Index des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF) geniesst weltweit Beachtung. Zunächst natürlich unter den vielen Managern grosser internationaler Unternehmen, die ihn mit ihrer Teilnahme an dem jährlichen Befragungsmarathon überhaupt möglich machen, wie auch im politischen Feld.

Spektakuläre Veränderungen kommen in der jährlichen Rangliste aber selten vor. In dem soeben aktualisierten Index haben einige der Länder auf den zehn vordersten Rängen zwar die Plätze getauscht. Aber keinem Land ist es gelungen, in die Spitzengruppe einzudringen. Die Schweiz steht seit 2009 ununterbrochen auf dem obersten Podestplatz aller 137 untersuchten Länder. Das Land glänzt durch Ausgewogenheit. Bei den Grundvoraussetzungen der Wettbewerbsfähigkeit, zu denen die Qualität der Institutionen, die Infrastruktur, die Stabilität des öffentlichen Haushaltes und die Grundbildung der Bevölkerung gehört, erzielt es mit 6,4 von 7 möglichen Punkten die Bestnote.

Bei den sogenannten Effizienzverstärkern, die mitunter die Effizienz des Güter-, Finanz- und Arbeitsmarktes, aber auch die Qualität der höheren Bildung misst, schneidet das Land mit 5,6 Punkten ebenfalls hervorragend ab. Der Befund ist mitunter deshalb bemerkenswert, weil die Schweiz aufgrund der Kleinheit ihres Heimmarktes in einem wichtigen Kriterium naturgemäss schlecht abschneidet.

Hongkong verdrängt Dänemark

Auch in puncto Innovation und Geschäftsklima ist die Schweiz mit 5,9 Punkten Weltspitze, was mit Blick auf die starke Pharmaindustrie zwar niemanden wirklich überrascht. Der negative Einfluss der Bürokratie ist offensichtlich immer noch zu gering, als dass er die Wettbewerbs­fähigkeit des Landes nennenswert behindern könnte.

Mit dem kleinstmöglichen Rückstand liegen die USA auf dem zweiten Platz, nachdem sie die Rangliste vor zehn Jahren noch angeführt hatten. Das Land verdankt die Silbermedaille unter anderem seinem grossen Heimmarkt, der mit 6,9 Punkten als wesentliches effizienzverstärkendes Element für die amerikanische Wirtschaft bewertet wird. Mit einem gewissen Erstaunen nimmt man zur Kenntnis, dass die USA trotz der Wahl des protektionistisch eingestellten Präsidenten Donald Trump im Vorjahresvergleich eine Position in der Rangliste vorrücken konnte.

Von den EU-Ländern liegen die Niederlande und Deutschland eng beieinander, wobei die deutsche Position im Zehnjahresvergleich unverändert geblieben ist, während die Niederlande vom 10. auf den 4. Rang vorrückt. Bemerkenswerterweise ist in dieser Langzeitbetrachtung lediglich Hongkong in die Zehnergruppe vorgestossen und hat dort Dänemark verdrängt.

Informationsgehalt des Index ist zweifelhaft

Alles in allem bleiben die Spitzenpositionen in der Rangliste aber Sache der alten Industrieländer. Das ist eine ziemlich erstaunliche Erkenntnis vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Schuldenkrise, die ihren Ursprung eindeutig in diesen Ländern hatte. Eine schlüssige Erklärung für die Stabilität der Wettbewerbspositionen dieser Länder liefert der WEF-Report aber nicht. Dies ist für manche Fachleute auch nicht weiter überraschend. Christoph Schaltegger, Wirtschaftsprofessor an der Universität Luzern, hegt Zweifel am Informationsgehalt des WEF-Index.

Aus der umfragebasierten Messmethode könnten sich Zirkelschlüsse ergeben, die eine Analyse der gefundenen Resultate erschwerten, meint er. Die konsistent guten Ranglistenpositionen der Industrieländer hält Schaltegger aber nicht für Zufall.

In einem soeben erschienenen Buch, das er mit Professor Lars P. Feld (Universität Freiburg) herausgegeben hat («Föderalismus und Wettbewerbsfähigkeit in der Schweiz», NZZ Libro, 2017) versuchen die Autoren am Beispiel der Schweiz nachzuweisen, dass Föderalismus und Wettbewerbsfähigkeit zusammengehören: «Es ist kein Zufall, dass in den wichtigsten Länderrankings zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit föderalistisch organisierte Länder wie die Schweiz, die USA, Kanada oder Deutschland regelmässig Spitzenplätze belegen. Der Föderalismus war und ist eine wesentliche Triebfeder für den Erfolg dieser Volkswirtschaften und bietet heute noch günstige Voraussetzungen, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.»

WEF-Index: die Wettbewerbsfähigsten Länder. (Bild: LZ)

WEF-Index: die Wettbewerbsfähigsten Länder. (Bild: LZ)

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