Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Wenn es nach Mallorca billiger ist als nach Bern, stimmt doch was nicht»

Hotelplan Suisse geht mit dem ehemaligen Skiprofi Didier Cuche eine Zusammenarbeit ein. CEO Kurt Eberhard verspricht sich davon sehr viel. Und er sagt, was man gegen den Massentourismus machen kann.
Interview: Dominik Buholzer
Didier Cuche (links) und Kurt Eberhard: Der ehemalige Skiprofi ist in den kommenden drei Jahren als Markenbotschafter für Hotelplan Suisse im Einsatz. (Bild: Dominik Buholzer (Athen, 12. Juni 2018))

Didier Cuche (links) und Kurt Eberhard: Der ehemalige Skiprofi ist in den kommenden drei Jahren als Markenbotschafter für Hotelplan Suisse im Einsatz. (Bild: Dominik Buholzer (Athen, 12. Juni 2018))

Kurt Eberhard, Hotelplan Suisse hat neu einen Markenbotschafter. Hat der Name von Hotelplan so stark gelitten, dass Sie jetzt mit Didier Cuche kooperieren müssen?

Nein (lacht). Wir hatten bereits Heliski-Reisen mit Didier Cuche als Begleiter nach Kanada geplant. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.

Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Wir werden ihn in der Werbung einsetzen, aber auch für einzelne Events. Und natürlich auch für Fotoshootings. Der Vorteil ist, dass Didier Cuche immer noch ein grosser Sympathieträger in allen Sprachregionen ist und keine Berührungsängste hat.

Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit?

Didier Cuche soll uns zum einen helfen, unsere neue Division «Sport&Special Tours» zu verankern, zum anderen wollen wir uns durch die Zusammenarbeit auch noch mehr von der Konkurrenz abheben. Didier Cuche ist ein sehr humorvoller und sympathischer Typ. Er passt gut zu uns.

Was kostet Sie das Engagement?

Das müssen Sie Didier Cuche fragen (lacht). Im Ernst: Wir haben Stillschweigen vereinbart. Der Preis ist so, dass man sich dies leisten kann.

«Didier Cuche soll uns helfen, unsere
neue Division «Sport&Special Tours»
zu verankern.»

Hotelplan Suisse forciert seit vergangenen November Sport- und Aktivferien. Wie lief das Geschäft an?

Ich bin mit dem Start zufrieden. Das Echo war sehr gut. Aber wir müssen klar sehen: Das sind keine Last-Minute-Angebote. Wir befinden uns noch in der Aufbauphase, wir müssen noch einige Investitionen tätigen, damit wir dann im nächsten Geschäftsjahr die Ernte einfahren können.

Ist es wirklich ein so lukrativer Markt, den Sie sich da erschliessen wollen?

Bade- und Städtereisen sind nach wie vor unser Hauptgeschäft. Aber die Margen sind da sehr unter Druck geraten. Deshalb ist es für uns wichtig, nebst unserem Destinationsspezialisten Travelhouse über ein zusätzliches Standbein zu verfügen. Aktiv- und Sportferien sind da ein lukratives Geschäftsfeld.

Sie bieten aber auch Heli-Skiing an. Das ist ein heikles Thema – gerade in Sachen Umweltschutz.

Natürlich bewegen wir uns hier in einem Zielkonflikt, schliesslich haben wir uns ja auch der Nachhaltigkeit verschrieben. Aber ich sehe unsere Rolle nicht in jener der Volkserziehung. Der Kunde soll noch immer selbst entscheiden können.

Ist der Umweltschutz ein Thema?

Auf jeden Fall. Die Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, achten sehr auf Nachhaltigkeit. Ein gewisser Widerspruch bleibt. Das lässt sich nicht ändern.

Gab es keine negativen Reaktionen auf das Heli-Skiing?

Die gab es, es waren aber überraschend wenig.

«Ein Ort, der fast nur noch von Touristen bestimmt wird – das hat doch nichts mehr mit Lebensqualität zu tun.»

Ein anderes Problem ist der Massentourismus. Was kann man dagegen tun?

Wenn ich in Florenz zwei Stunden anstehen muss, damit ich in ein Museum komme, ist dies sicherlich unschön. Allerdings gibt es ja unzählige Alternativen. Wieso nicht im Sommer nach Dresden oder Rotterdam als nach Venedig oder Florenz?

Immer mehr Städte greifen zu Zulassungsbeschränkungen. Das dürfte Ihnen weniger Freude bereiten.

Dagegen habe ich gar nichts. Solche Massnahmen müssen nur gut kommuniziert werden.

Schneidet sich der Tourismus damit nicht ins eigene Fleisch?

Nein, die Bevölkerung vor Ort muss sich noch wohl fühlen. Ein Ort, der fast nur noch von Touristen bestimmt wird – das hat doch nichts mehr mit Lebensqualität zu tun. Wir müssen vermeiden, dass die Bevölkerung wie teilweise auf Mallorca Gäste mit Slogans wie «Touristen geht nach Hause» empfangen.

Wird sich das Problem von selbst lösen?

Das glaube ich nicht. Es gibt immer mehr Leute, die sich Reisen leisten können. Potenziell wird es also auch mehr Touristen geben.

Liegt es an den Flugpreisen? Ist Fliegen zu günstig?

Es wäre unfair, wenn sich nur die Reichen Flüge leisten könnten. Wenn aber ein Flug nach Mallorca billiger ist als eine Zugfahrt nach Bern, dann stimmt etwas nicht mehr.

Sie rechnen mit einem «befriedigenden Geschäftsjahr». Ist das angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht ein wenig zu pessimistisch?

Nein, weil wir in diesem Jahr noch einige Investitionen planen, gerade in unserem neuen Geschäftsbereich «Sport &Special Tours». Sie dürfen auch nicht vergessen, dass wir uns in einem WM-Jahr befinden.

Was hat das mit Ihrem Geschäft zu tun?

In Jahren, in denen eine Fussball-WM stattfindet, reisen die Leute in dieser Periode auch weniger. Sie wollen dann zu Hause bleiben und sich die Spiele anschauen. Das zeigen unsere langjährigen Erfahrungen.

Beim USA-Geschäft müssen Sie Federn lassen. Ist dies wirklich auf den Trump-Effekt zurückzuführen oder noch vielmehr auf den Umstand, dass der Dollar teurer geworden ist?

Der Wechselkurs spielt sicherlich die grössere Rolle. Aber der Dollar war schon letztes Jahr stark. Dass weniger in die USA reisen, hat auch mit Donald Trump zu tun. Einen ähnlichen Effekt hatten wir bereits, als George W. Bush US-Präsident war. Aber das legt sich nach einer gewissen Zeit wieder. Das sehen wir jetzt auch bei der Türkei.

Kurt Eberhard (58) ist CEO von Hotelplan Suisse, einem Tochterunternehmen der Migros.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.