Bern
Wenn Geld schlicht nicht ausreicht

Die schlechtere Wirtschaftslage spiegelt sich in den Caritas Märkten Bern und Thun: 2008 erzielten die Märkte mit ihren verbilligten Waren Rekordumsätze.

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Caritas-Markt

Caritas-Markt

Berner Rundschau

Der Caritas-Markt in Bern beim Eigerplatz steigerte letztes Jahr den Umsatz um 25 Prozent auf 502 000 Franken. Gegenüber dem Umsatz 2006 ist das eine Verdoppelung. Und der Markt in Thun, er befindet sich beim Bahnhof, verzeichnete letztes Jahr ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 401 000 Franken. Das war doppelt soviel wie 2005.

180 Kunden täglich

Für Caritas Bern steht diese Entwicklung im Zusammenhang mit der wachsenden Armut in der Schweiz: «Ohne Angebote wie den Caritas-Markt könnten viele Familien ihre grundlegende Versorgung nicht mehr sicherstellen», schreibt Thomas Studer, Geschäftsführer der Genossenschaft Caritas-Markt in einer Medienmitteilung.

Laut Reto Mischer, Mediensprecher von Caritas Bern, haben letztes Jahr im Schnitt täglich 180 Kundinnen und Kunden oder aufs Jahr hochgerechnet rund 44 000 Personen im Caritas-Markt Bern vergünstigte Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs eingekauft. Drei Jahre zuvor waren es erst 130 Kunden täglich. Weitere Standorte seien derzeit im Kanton Bern nicht geplant. «Die Investitionskosten sind zu hoch», erklärt Mischler. Biel habe jedoch bereits mehrmals sein Interesse an einem Markt angemeldet.

Denner: acht Patenschaften

Die Caritas-Märkte bieten Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs zu ermässigten Preisen an. Ein grosser Teil des Sortiments stamme aus Überproduktionen, Fehllieferungen, schadhaften Serien und Liquidationen von über 300 Lieferanten. Dazu gehörten Grossunternehmen wie Coop, Migros, Denner, Manor oder Nestlé.

«Obwohl einige Lieferanten ihre Waren gratis oder preiswert anbieten, muss Caritas einige Basisprodukte unter dem Einstandpreis abgeben», sagt Mischler. Das seien etwa Reis, Mehl, Teigwaren, Milch und Kaffee. Um diese Produkte täglich anbieten zu können, seien vor zwei Jahren die sogenannten Produktepatenschaften eingeführt worden. «Bisher hatten wir zwölf Produktepatenschaften, soeben hat Denner acht weitere übernommen», sagt Mischler.

Wer in den Caritas-Märkten einkaufen dürfe, besitze eine Einkaufskarte. Diese seien auf Sozialdiensten, bei verschiedenen sozialen Institutionen und bei Caritas Bern erhältlich. (uz)