Ferien
Wer clever plant, spart 50 Prozent

Das Berner Jungunternehmen Hotelcard bietet ein «Halbtax-Abo» für Übernachtungen. Hotelcard ist mit dem Starterfolg zufrieden. Knapp 4000 Personen haben bereits eine Karte gekauft.

Andrea Marthaler
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Ferien machen und nur die Hälfte zahlen – das klingt verlockend und ist tatsächlich möglich. Das Thuner Jungunternehmen Hotelcard bietet seit Juli ein entsprechendes Abonnement. Für jährlich 95 Franken haben die Mitglieder die Möglichkeit, ausgewählte Angebote zum halben Preis zu buchen. «234 Hotels machen derzeit mit», sagt Fabio Bolognese, Geschäftsführer von Hotelcard.

Allerdings ist nicht sicher, dass an einem bestimmten Datum eine Übernachtung im ausgesuchten Hotel möglich ist. «Grundsätzlich entscheiden die Hoteliers selber, welche Angebote sie machen», sagt Bolognese. Sie müssen nur eine gewisse Anzahl an Übernachtungen aufschalten. Er ist aber überrascht, wie viele Angebote die Hoteliers machen.

Hotelcard ist mit dem Starterfolg zufrieden. Knapp 4000 Personen haben bereits eine Karte gekauft. «Alleine in den letzten sechs Wochen waren es 3000 Bestellungen. Das übertrifft unsere Erwartungen», sagt Bolognese. Laufend kämen zudem Anmeldungen hinzu.

Höchstens drei Nächte in Folge

Die Mitglieder können Hotels aus der ganzen Schweiz wählen. Besonders zahlreich vertreten sind die Regionen Graubünden, Wallis und Berner Oberland. Die Unterkünfte variieren von einfachen bis zu Fünfsterne-hotels. Ein Wermutstropfen ist, dass das Halbpreis-Angebot für maximal drei Übernachtungen in Folge gilt. Wer länger bleibt, muss für die weiteren Nächte voll zahlen. Diese Schwelle wurde gewählt, um genügend Hoteliers fürs Produkt zu gewinnen, wie Bolognese betont.

Höhere Auslastung in Nebensaison

Ziel von Hotelcard ist aber nicht nur ein kundenfreundliches Angebot. Es sollen beide Seiten profitieren. Für Hotels bietet sich die Möglichkeit, in der Nebensaison die Auslastung zu steigern, indem mit Hotelcard neue Gäste angelockt werden. Susanne Daxelhoffer vom Verband Hotellerie Suisse sieht das Potenzial in der Kundenbindung. «Positiv ist auch, dass der Hotelier den Zeitraum des Angebots je nach Nachfrage selbst bestimmen kann.»

Noch nicht restlos überzeugt vom Ergebnis ist Sasskia Rietschel, Chef de Réception des Wellnesshotels Silvretta in Samnaun. «Wir hatten nicht mehr als 10 bis 15 zusätzliche Buchungen.» Im Gegensatz zu ähnlichen Angeboten wie Holiday Plus oder Free Dreams, die mit Vouchern arbeiten, sei Hotelcard wohl noch zu wenig bekannt. Dennoch hofft Rietschel, die Auslastung im nächsten Sommer verbessern zu können. Das Wichtigste für die Hotels ist aber das Marketing. Denn viel verdienen können sie an den günstigen Übernachtungen nicht. «Profit liegt nicht drin. Aber das Hotel wird bekannter», so Rietschel.