Eveline Widmer-Schlumpf
Widmer-Schlumpf punktete

In Baden kamen gestern 170 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zusammen. Trotzdem: Im Mittelpunkt stand nicht die Wirtschaftskrise.

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Eveline Widmer-Schlumpf

Eveline Widmer-Schlumpf

Aargauer Zeitung

Katja Schlegel

In der Trafohalle in Baden, dort, wo früher Transformatorentests für Spannung gesorgt hatten, trafen gestern am Tag des Familienunternehmens Politik und Wirtschaft aufeinander. «Wir kommen immer wieder aneinander vorbei oder eben nicht», bemerkte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zu dieser zeitweise sehr explosiven Kombination, «und das ist gut so».

Widmer-Schlumpf war von der Vereinigung der Privaten Aktiengesellschaften (VPAG) ins Badener Trafo eingeladen worden. Ein Verein, der nur wenigen geläufig ist, aber als einziger schweizweit rund 1000 private Aktiengesellschaften vertritt. Entsprechend zahlreich waren die grossen Namen von Schweizer Familienunternehmen auf der Teilnehmerliste vertreten. So beispielsweise die der Referenten: Marc Jaquet von der Jaquet AG in Basel, Markus Hutter von der Hutter Auto Oberi AG in Winterthur und Alice Stümcke von de Sede AG in Klingnau.

Die grosse Chance der KMU

Im Mittelpunkt der Reden stand die Gestaltungsfreiheit für Familienunternehmen. Die Justizministerin riet dem Publikum, die Arbeitnehmer wieder vermehrt ins Zentrum der Unternehmung zu rücken. Denn hier liege die grosse Chance der KMU gegenüber den Grossunternehmen, in der familiären und überschaubaren Beziehung.

Weiter forderte Widmer-Schlumpf die Familienunternehmer auf, die Rechtsformen zu überdenken und die Entwicklungen im Gesellschaftsrecht zu nutzen. «Es hat Gutes gebracht, auch wenn es ein Gesetz ist», bemerkte sie zu Letzterem augenzwinkernd. Sie trat damit Markus Hutter entgegen, der sich vorgängig wortreich gegen den «ungebrochenen Trend nach immer mehr Gesetzen» gewehrt hatte. Zwar betonte auch Widmer-Schlumpf die Wichtigkeit, die Förderung der Wirtschaft nicht unnötig zu behindern. «Aber ohne Gesetze und Regulierungen funktioniert auch die Wirtschaft nicht.» Damit hatte sie das Publikum im Sack.