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Wie Lehner Versand aus Schenkon Zalando Paroli bieten will

Zalando hat angekündigt, Bettwäsche ins Sortiment aufzunehmen. Der Schweizer Bettwäsche-Spezialist Lehner Versand zeigt sich angesichts der drohenden Konkurrenz selbstbewusst.
Maurizio Minetti
Thomas Meier, CEO des Lehner-Versands, in der Bettwäsche-Abteilung der Filiale in Schenkon. Bild: Dominik Wunderli (11. Dezember 2018)

Thomas Meier, CEO des Lehner-Versands, in der Bettwäsche-Abteilung der Filiale in Schenkon. Bild: Dominik Wunderli (11. Dezember 2018)

Der Online-Händler Zalando hat schon viele Sektoren des Textilhandels durcheinandergewirbelt. Nun starten die Deutschen den nächsten Angriff.

Zalando-Mitgründer David Schneider sagte am Montag der «Welt», man erwäge den Versand von Bettwäsche oder Vorhängen: «Potenzial sehen wir beispielsweise noch im Bereich Heimtextilien und Heimausstattung, auch wenn wir noch keine konkreten Pläne dazu ausgearbeitet haben», sagte der Co-CEO.

Mehr Umsatz, mehr Stellen

Die Ankündigung sorgt bei Lehner Versand in Schenkon für Aufsehen, denn Lehner ist in der Schweiz der unbestrittene Marktführer im Bereich Bettwäsche – und Zalando hat in der Vergangenheit schon vielen Schweizer Handelsunternehmen das Fürchten gelehrt. Rund 60 Prozent des Bettwäsche-Umsatzes erwirtschaftet Lehner online.

«Freudensprünge löst die Aussage von Zalando bei uns natürlich keine aus. Erzittern lässt uns das jedoch auch nicht», sagt Thomas Meier, CEO und Mitinhaber von Lehner Versand. Der 43-Jährige zeigt sich selbstbewusst: «Wir setzen im Heimtextilbereich auf individuelle Designs und Grössen. Das macht uns niemand so schnell nach.» Weil in der Schweiz zudem andere Bettmasse als etwa in Deutschland gälten, hätten ausländische Anbieter Mühe auf dem Schweizer Markt, erklärt der Lehner-Chef. «Eigene Läden, ein zentrales Lager und Lieferungen innerhalb von 24 Stunden sind weitere Pluspunkte.»

Zalando ist allerdings nicht nur ein direkter Konkurrent für bestehende Händler. Das deutsche Unternehmen setzt gleichzeitig auch auf Partnerschaften mit bestehenden Anbietern. Dieses Plattform-Geschäft mit Händlern will Zalando künftig sogar ausweiten. «Zum Beispiel klassisch über unser Partnerprogramm oder indem wir unsere Logistikinfrastruktur für noch mehr Markenpartner öffnen», sagte Schneider der «Welt». Eine Partnerschaft mit Zalando schliesst Lehner-CEO Thomas Meier nicht aus: «Darüber muss man sich natürlich Gedanken machen.» Das Problem bei Marktplätzen sei allerdings, dass man sich dem Servicegrad des Plattformbetreibers beugen und auch dessen Marketing übernehmen müsse. «Auf der anderen Seite haben wir dann aber keinen Zugriff auf Kundendaten.» Diese Gründe haben Meier bislang davon abgehalten, bei Plattformen wie Galaxus oder dem mittlerweile eingestellten Coop-Projekt Siroop mitzumachen. «Wenn man genug selbstbewusst ist und eine gewisse Grösse hat, gibt man sich nicht für einen Marktplatz her», so sein Fazit.

Ganz falsch kann die Strategie des Lehner-Chefs nicht sein, denn die Zahlen zeigen seit Jahren aufwärts. «Im Gegensatz zu Zalando schreiben wir dieses Jahr sehr gute Wachstumszahlen mit Gewinnen», kann sich Meier einen Seitenhieb nicht verkneifen. Während Zalando jüngst Dutzende Millionen Euro Verlust verbuchte, legte Lehner dieses Jahr ein profitables Umsatzwachstum von 11 Prozent hin. Absolute Zahlen nennt das Familienunternehmen nicht; dem Vernehmen nach erwirtschaftet Lehner einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich. In den letzten fünf Jahren hat Lehner Versand über 100 Stellen geschaffen, allein dieses Jahr waren es 32. Mittlerweile beschäftigt das Handelsunternehmen schweizweit über 200 Personen, davon arbeiten 150 am Hauptsitz in Schenkon.

In Schenkon wird ausgebaut

Allerdings stösst das Wachstum langsam an Grenzen. Obwohl der Hauptsitz erst 2014 ausgebaut worden ist, braucht Lehner derzeit zusätzliche 6000 Quadratmeter Lagerplatz (Ausgabe vom 9. Mai 2018). Meier plant deshalb in Schenkon einen Aus- und Anbau der bestehenden Gebäude. Dafür will er angrenzendes Land kaufen, das sich aber in einer Landwirtschaftszone befindet.

Eine weitere Variante wäre eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes. Für dieses Vorhaben müsste Meier aber die laufende Ortsplanungsrevision abwarten, doch so lange kann Lehner nach eigenen Angaben nicht mehr warten. «Momentan lagern über 2500 Paletten in zwei Aussenlager, und es werden täglich mehr», so Meier. Deshalb führt er aktuell Gespräche über eine entsprechende vorzeitige Umzonung. Auf den kommenden Montag hat die Gemeinde Schenkon alle Liegenschaftsbesitzer und Anwohner im Gewerbegebiet Zellgut eingeladen, um sie über die möglichen Planungsinstrumente und die raumplanerischen Möglichkeiten der inneren Verdichtung zu informieren.

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