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Wie man mit der Säule 3a Steuern spart

Mit Einsparungen bei den Steuern lässt sich in der dritten Säule eine gute und zuverlässige Rendite erzielen. Um die Steuern zu optimieren, ist allerdings eine frühzeitige Planung notwendig.
Rainer Rickenbach
Einzahlungen in die Säule 3a kann man beim Ausfüllen der Steuererklärung in Abzug bringen. (Bild: Getty)

Einzahlungen in die Säule 3a kann man beim Ausfüllen der Steuererklärung in Abzug bringen. (Bild: Getty)

Die Zinsen auf den 3a-Vorsorgeeinrichtungen dümpeln zwischen 0,1 und 0,4 Prozent vor sich hin. Die Sparkonti sind keine lohnenswerte Alternative. Und die Börse bietet nur unzuverlässige Abhilfe: Vor zwei Jahren halfen die Aktien zwar tüchtig mit, die Spardepots der freiwilligen dritten Säulen in die Höhe zu treiben. Im vergangenen Jahr aber sanken die Kurse mehrheitlich und frassen einen schönen Teil des Gewinnes wieder weg. Im Moment ist die Tendenz wieder steigend. Doch für wie lange? Die einzig zuverlässige Hilfe bei der Vorsorge sind die Steuern: Sowohl beim Einzahlen des Vorsorgebeitrages als auch später bei der Auszahlung gibt sich der Fiskus milde.

Für dieses Jahr können pensionskassenversicherte Angestellte maximal 6826 Franken steuerfrei in die dritte Säule einzahlen. Ein lediger, 49-jähriger, römisch-katholischer Vorsorgesparer mit einem steuerbaren Einkommen von 80000 Franken spart mit diesem Betrag, den er auf das 3a-Vorsorgesparkonto einzahlt, in der Stadt Luzern aktuell 1696 Franken an Abgaben an Stadt und Kanton. In der Stadt Zug beläuft sich die Steuerersparnis auf 1615 Franken, in Sarnen auf 1398 Franken.

Es muss nicht unbedingt die maximale 3a-Einzahlung sein

Ehepaare mit zwei Einkommen sparen noch mehr, weil sie den doppelten Beitrag in der Steuererklärung in Abzug bringen können. Ein Beispiel: Bei einem gemeinsamen steuerbaren Einkommen von 120000 Franken zahlen sie in der Stadt Luzern nach Berechnungen der Luzerner Kantonalbank 3398 Franken weniger Steuern. In der Stadt Zug sind es 2439 Franken weniger, in Sarnen 3018 Franken. Das Beispiel macht deutlich: Je höher das Niveau der Einkommenssteuern ist, desto mehr Steuern lassen sich mit der dritten Säule sparen.

Die Unterschiede widerspiegeln sich in den Renditen, die sich mit Vorsorgekonti alleine dank der Steuern innerhalb von sechs Jahren erzielen lassen. Das erwähnte Luzerner Ehepaar bringt es in diesem Zeitraum auf eine Nettorendite von 7,21 Prozent. Es folgen Sarnen mit 5,66 Prozent und die Stadt Zug mit 5,29 Prozent. Die Vorsorgefachleute der Luzerner Kantonalbank haben bei der Renditeberechnung die Zinsen als Vermögensplus und die später fälligen Kapitalauszahlungssteuern für die sechs Jahre als Minus mitgerechnet. Für Singles mit 80000 Franken Einkommen schauen nach sechs Jahren Renditen von 5,12 Prozent (Sarnen), 7,28 Prozent (Luzern) und 7,46 Prozent (Zug) heraus.

Mit keinem normalen Sparkonto in der Schweiz lassen sich auch nur annähernd so hohe Renditen über die gleiche Zeitspanne erzielen. Ganz ohne Aktienkursrisiken auf den Spargeldern – freilich auch ohne den Chancen, die Geldanlagen bieten. Einzig die Inflation kann die Renditen schmälern.

Nur: Längst nicht alle Angestellten sind in der Lage, von ihrem Gehalt mehr als 6800 Franken für die dritte Säule zu erübrigen. Die gute Nachricht für sie: Es lassen sich auch mit tieferen Einzahlungen Steuern sparen und so Renditen erzielen. Wer im Jahr 1000 Franken für das 3a-Konto abzweigen kann, überweist bei einem steuerbaren Einkommen von 50000 Franken in Luzern, Zug und Sarnen zwischen 210 (Luzern) und 111 Franken (Zug) weniger an das Steueramt. Wer das zehn Jahre lang tut, kommt dank der Steuerersparnisse immerhin noch auf Nettorenditen von 4,11 (Luzern), 2,06 (Zug) und 2,50 (Sarnen) Prozent. Der Staat holt sich einen Teil der entgangenen Steuern zurück, wenn sich die 3a-Sparer ihr Kapital auszahlen lassen. Sei es bei Beginn des beruflichen Ruhestandes oder sei es, weil diese sich beruflich selbstständig machen, Wohneigentum erwerben, ins Ausland auswandern und bei Tod oder Invalidität.

Geld auf mehrere 3a-Konti verteilen

Da in den meisten Kantonen der Tarif mit der Grösse des angehäuften Sparvermögens steigt, empfiehlt es sich, das Kapital auf mehrere 3a-Konti zu verteilen und diese gestaffelt zu beziehen. Denn beim Kapitalbezug muss das ganze Depot vollständig aufgelöst werden. «Viele Sparer eröffnen ein weiteres Vorsorgekonto, wenn der Saldo zwischen 30 000 und 45 000 Franken liegt», sagt Michael Fähndrich, Geschäftsführer der Vorsorgestiftung Sparen 3 bei der Luzerner Kantonalbank. Wer bei der gleichen Bank ein zweites oder drittes Vorsorgekonto eröffnet, zahlt in der Regel keine Zusatzgebühren.

In der Bandbreite von 30 000 bis 45 000 Franken kennt die Progression in den Städten Luzern und Zug sowie in Sarnen keine extremen Ausschläge nach oben. Spätestens ab 100 000 Franken steigen die Tarife dann aber in kürzeren Abständen. Ein Beispiel: Bei einem Bezug von 120 000 Franken fallen in Luzern für eine ledige Person Steuern in der Höhe von 7378 Franken an. Hätte sie die Summe in zwei Tranchen von 60 000 Franken über zwei Jahren bezogen, wäre sie um mehr als einen Fünftel steuergünstiger gefahren.

Tipps für die freiwillige 3a-Vorsorge

Anlegen: Rund drei Viertel der 3a-Sparer sind risikoscheu, sie legen ihre freiwillige Vorsorge auf Geldkonti an. Als Faustregel gilt: Wer erst 40 ist und darum eine lange Sparzeit vor sich hat, kann mit Aktien oder anderen Wertpapieren einiges hinzugewinnen, denn kurzfristige Werteinbussen gleichen sich meistens über die Jahre wieder aus. Wer 55 oder älter ist und die Pensionierung bereits fest im Blick hat, schläft ruhiger, wenn er den Aktienanteil im Vorsorgedepot abbaut oder ganz aufgibt. Sonst droht die Gefahr, exakt zu dem Zeitpunkt das Kapital beziehen zu müssen, wenn die Finanzmärkte wieder einmal verrückt spielen.

Bezug: Der Kapitalbezug aus Altersgründen ist frühestens fünf Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter möglich (Frauen ab 59, Männer ab 60). Bei der Auszahlung wird das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Steuersatz besteuert. In den letzten fünf Jahren vor dem gesetzlichen Rentenalter ist es möglich, Kapital aus der dritten Säule zu beziehen und gleichzeitig weiter Beiträge einzuzahlen. Danach kann nur einzahlen, wer weiterhin erwerbstätig ist und über ein AHV-pflichtiges Einkommen verfügt (Frauen bis maximal 69, Männer bis maximal 70).

Pensionskasse: Beim gestaffelten Bezug von 3a-Spargeldern sind allfällige Kapitalbezüge aus der Pensionskasse zu berücksichtigen. Denn sie werden von den Steuerämtern mit den 3a-Bezügen addiert und können so eine höhere Progression mit sich bringen.

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