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Wertvollstes Unternehmen der Welt: Wie Microsoft Apple die Krone abjagte

Der Software-Konzern Microsoft hat beim Börsenwert den Rivalen Apple überholt. Während Apple vor allem ein Zugpferd besitzt, hat Microsoft die Abhängigkeit von Windows stark reduziert.
Microsoft-CEO Satya Nadella an der Generalversammlung des Softwarekonzerns am 28. November in Bellevue (Bundesstaat Washington). Bild: Ted S. Warren/AP

Microsoft-CEO Satya Nadella an der Generalversammlung des Softwarekonzerns am 28. November in Bellevue (Bundesstaat Washington). Bild: Ted S. Warren/AP

Der Software-Riese Microsoft hat dem Silicon-Valley-Urgestein Apple die Spitzenposition als wertvollstes börsenkotiertes Unternehmen weggeschnappt. Der zwischenzeitlich bereits totgesagte Konzern aus dem US-Bundesstaat Washington profitiert vom rasanten Wachstum seiner immer wichtiger werdenden Cloud-Sparte.

Vor acht Jahren erreichte Apple erstmals eine höhere Marktkapitalisierung als der Windows-Anbieter. Damals kämpfte der von Bill Gates und Paul Allen 1975 gegründete Konzern mit der schwachen Nachfrage nach Computern. Indirekt trug Apple daran mit dem unaufhaltsamen Aufstieg seiner iPhones eine Mitschuld. Seither hatte Apple an jedem einzelnen Handelstag die Nase vor Microsoft.

Cloud beflügelt Microsoft

Am Mittwoch vergangener Woche jedoch kehrten sich dann die Vorzeichen um: Mit etwa 848 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung lag der Softwarekonzern aus Redmond (Washington) rund drei Milliarden Dollar vor Apple. Am Freitag nach Börsenschluss betrug der Wert von Microsoft 851,2 Milliarden Dollar. Apple schloss mit einem Wert von 847,4 Milliarden US-Dollar.

Der seit 2014 amtierende Microsoft-CEO Satya Nadella hat bei Microsoft mit der Fokussierung aufs Cloud-Geschäft das Ruder herumgerissen. Kontinuierlich reduzierte er die Abhängigkeit vom Betriebssystem Windows. Mit der Cloud-Tochter Azure ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter AWS von Amazon aufgestiegen. Den beiden Anbietern wie auch Google ist gemein, dass sie zum einen Privat- wie auch Geschäftskunden Speicherplatz in der Datenwolke zur Verfügung stellen.

Zum anderen verkaufen sie die dafür nötige Software. Der Trend zur Cloud dauert an, da die Unternehmen dadurch auf eigene, teure Rechenzentren verzichten können und Cloud-Softwareanwendungen mehr Flexibilität versprechen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 setzte Microsoft 76 Prozent mehr in der Sparte um.

Im Gegensatz zu Microsoft konnte der von Steve Jobs mitgegründete Apple-Konzern bisher seine Abhängigkeit vom Hauptprodukt iPhone kaum verringern.

Das iPhone ist ein Klumpenrisiko

Die Verkäufe der inzwischen zahlreichen iPhone-Modelle machen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Damit ist das Unternehmen aus Cupertino (Kalifornien) besonders anfällig für Bewegungen auf dem mittlerweile nahezu gesättigten Smartphone-Markt, der seit geraumer Zeit kaum noch wächst. Zwar nimmt Apple mit seinem Fokus auf Luxusgeräte eine Sonderposition ein, aber auch davon haben immer mehr Menschen weltweit eins in der Hosen- oder Jackentasche.

Jüngst setzte der Apple-Aktie zu, dass Analysten davon ausgehen, Apple könne im laufenden Weihnachtsgeschäft die Erwartungen nicht erfüllen. Vor allem in Schwellenländern lief es zuletzt nicht rund. Zusätzlich für Unruhe bei Analysten sorgte die neue Zugeknöpftheit des US-Konzerns, der künftig nicht mehr die iPhone-Verkaufszahlen veröffentlichen will. (sda/mim)

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