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Wieder ein Zuger Krypto-Projekt in Schieflage

Beim Baarer Unternehmen Envion haben sich Gründer und CEO verkracht. Das weckt Erinnerungen an den Fall Tezos. Nun fordert eine Gemeinderätin Antworten vom Zuger Stadtrat.
Maurizio Minetti
In solchen Rechenzentren werden Kryptowährungen geschaffen. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone, Gondo, 7. Mai 2018)

In solchen Rechenzentren werden Kryptowährungen geschaffen. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone, Gondo, 7. Mai 2018)

Wie die NZZ gestern berichtete, sorgt in Zug erneut ein Krypto-Unternehmen für Aufsehen. Demnach hatte im Januar das Baarer Unternehmen Envion ein Initial Coin Offering (ICO) gemacht und dabei rund 100 Millionen US-Dollar eingenommen. Mit ICOs können Jungfirmen aus dem Krypto-Umfeld auf einfache Art und Weise Finanzierungen abschliessen, indem sie neue Kryptowährungen herausgeben. Envion möchte Krypto-Mining in Containern betreiben.

Zwischen den Envion-Gründern und dem CEO ist dann aber ein Streit ausgebrochen, wie die NZZ schreibt. CEO war der ehemalige TV-Journalist und Investor Matthias Woestmann.

Beide Parteien gehen nun rechtlich gegeneinander vor. Woestmann beschuldigt laut NZZ die Gründer, bis zu 40 Millionen weitere Token ohne Genehmigung des Verwaltungsrats erzeugt zu haben und den daraus resultierenden Gewinn über verschiedene Krypto-Börsen «gewaschen» zu haben. Woestmann erstattete Strafanzeige in Berlin und informierte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma. Diese äussert sich auf Anfrage nicht zu möglichen Abklärungen oder Verfahren.

Gemäss Gründerteam hat sich Woestmann unrechtmässig mithilfe einer Kapitalerhöhung mit Wandelanleihe und Call-Optionen die Kontrolle an Envion gesichert. Woestmann bezeichnet dies gegenüber der NZZ als «Schutzmassnahme».

Interpellation eingereicht

Bereits in der Nacht auf Freitag reagierte die Zuger Gemeinderätin Astrid Estermann (Alternative – die Grünen) auf den Artikel mit einer Interpellation an den Zuger Stadtrat. Sie fragt unter anderem, welche Schlüsse der Stadtrat aus dem Envion-Ende ziehe und was dieser zur Reputations-Frage meine. Diese ist nicht neu: Weil Krypto-Unternehmen auch scheitern, könnte dies in Zukunft zunehmend zu einem Reputationsschaden für das sogenannte Krypto-Valley führen, wie auch unsere Zeitung berichtet hat. Eine weitere Frage von Astrid Estermann lautet, ob der Stadtrat aufgrund des jüngsten Skandals bereit sei, seinen Entscheid, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, zu hinterfragen.

Envion ist eines der grössten je durchgeführten ICOs. Der Streit lässt nun Erinnerungen an das ICO von Tezos aufkommen. Bei diesem Zuger Krypto-Unternehmen gab es ebenfalls einen Streit zwischen dem Gründer-Ehepaar und dem Stiftungsratspräsidenten. Dies führte dazu, dass die Gelder blockiert und in den USA mehrere Sammelklagen eingereicht wurden. Ende Februar kehrte bei Tezos nach dem Rücktritt von Präsident Johann Gevers wieder Ruhe ein. Dem Vernehmen nach soll Tezos nun im Juni loslegen.

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