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Wieder Krach im Crypto Valley

Der Gründer von Cardano greift die Stiftung mit Sitz in Zug an. Es ist bereits der dritte grosse Streit im Crypto Valley innerhalb eines Jahres. Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler sieht kein Reputationsproblem.
Maurizio Minetti
«Abseits der wenigen negativen Einzelfälle haben zahlreiche Firmen Hunderte Arbeitsplätze in Zug geschaffen», sagt der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Oktober 2018)

«Abseits der wenigen negativen Einzelfälle haben zahlreiche Firmen Hunderte Arbeitsplätze in Zug geschaffen», sagt der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Oktober 2018)

Im Zuger Crypto Valley ist erneut ein Streit ausgebrochen. Diesmal geht es um das Projekt Cardano, das wie viele andere Blockchain-Vorhaben über eine Zuger ­Stiftung organisiert ist. Wie die «Handelszeitung» berichtet, werfen diverse Softwareentwickler sowie grosse Teile der Cardano-Community der in Zug beheimateten Stiftung mangelndes Engagement, Intransparenz, Missmanagement und Nepotismus vor.

Cardano entwickelt die Kryptowährung ADA, die sich mit einer Bewertung von knapp 2 Milliarden US-Dollar unter den zehn grössten Kryptowährungen der Welt befindet. Cardano ist eines von aktuell fünf sogenannten «Einhörnern» im Raum Zug. ­Damit sind Jungunternehmen gemeint, die einen Marktwert von über einer Milliarde Dollar auf die Waage bringen. ADA gilt zu­sammen mit anderen jüngeren Kryptowährungen als mögliches «nächstes grosses Ding» in der Kryptowelt. Gegründet wurde Cardano vom Amerikaner Charles Hoskinson.

In einem offenen Brief greift Hoskinson nun Cardanos Stiftungsratspräsident Michael Parsons ein. Hoskinson stört unter anderem, dass sowohl der Stiefsohn von Parsons wie auch seine Frau in der Stiftung engagiert sind. Zudem könnten hohe Entschädigungen ausbezahlt worden sein mittels unüblichen frühzeitigen Festlegens von Wechselkursen. Kritik kommt auch von einer Bewegung namens «Guardians of Cardano». Diese befürchtet, dass das Projekt wegen der Stiftung schaden nimmt. Diverse Softwareentwickler prüfen zivil- und strafrechtliche Klagen.

Die Stiftung weist die Vorwürfe zurück. Cardano bestehe aus mehreren Einheiten, wovon die Stiftung bezüglich Finanzierung und Grösse die kleinste der drei Einheiten sei. Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungs­stiftungen habe sie zudem weder Fundraising-Erlöse erhalten noch ausgezahlt und auch keine Kon­trolle über die Softwareentwicklung des Cardano-Protokolls.

Der Streit erinnert an den Fall Tezos, der vor einem Jahr die Schlagzeilen dominierte: Im Sommer 2017 hatte das ebenfalls über eine Zuger Stiftung organisierte Unternehmen mit einem Initial Coin Offering (ICO) 232 Millionen Dollar eingesammelt. Kurz darauf brach bei Tezos ein Streit zwischen Stiftungsratspräsident Johann Gevers und dem Gründerehepaar Arthur und ­Kathleen Breitman aus. Es ging im Wesentlichen um die Verwendung der Mittel aus dem ICO. Die Community stärkte den Gründern den Rücken und griff Gevers zum Teil massiv an. Erst der Rückzug von Gevers Anfang 2018 beendete den Konflikt. Kommerzielle Anwendungen hat Tezos allerdings bis heute keine lanciert.

Tännler sieht die positive Seite

Kaum war der Streit bei Tezos ­gelöst, folgte im Mai 2018 der nächste Konflikt beim Baarer Unternehmen Envion, das Krypto-Mining in Containern betreiben wollte. Auch hier streiten sich Gründer und Management über die Kontrolle und über die mit einem ICO eingenommenen 100 Millionen Dollar. Das Unternehmen steht vor der Liquidation; 30 000 Anleger bangen um ihr Geld. Mittlerweile ist die Finanzmarktaufsicht eingeschritten und hat dem CEO die Geschäfts­leitung entzogen. Zudem laufen ­diverse Verfahren. Negativ aufgefallen ist zuletzt ausserdem die Zuger Krypto-Tauschplattform Shapeshift, die für Geldwäscherei missbraucht worden ist.

Riskiert Zug mit der Häufung solcher Fälle einen Reputationsschaden? «Nein», sagt der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler auf Anfrage. «Ich kenne den aktuellen Fall zwar nicht im Detail, generell kann man aber sagen, dass wir in Zug für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen müssen, damit solche Start-ups entstehen können. Dabei kann es auch zu Rückschlägen kommen, aber das gehört bei dieser noch jungen Branche dazu», sagt der Finanzdirektor. Für ihn ist klar, dass sich derzeit «die Spreu vom Weizen trennt», Zug langfristig aber von der Kryptobranche profitieren könne. «Abseits der wenigen negativen Einzelfälle haben zahlreiche Firmen Hunderte Arbeitsplätze in Zug geschaffen», so Tännler.

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