UBS
Wieso wurde Peter Wuffli bei der UBS entmachtet?

Peter Wuffli war der Ziehsohn von Marcel Ospel. Doch plötzlich wurde der aufgebaute Nachfolger von Ospel abgesetzt. Nun kursiert eine neue Theorie, wie es zum Eklat kam.

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Peter Wuffli

Peter Wuffli

Keystone

Peter Wuffli ist nicht mehr CEO bei der UBS. Niemand weiss weshalb. Im Interview mit der az, gibt Wuffli an, selbst nicht zu wissen, weshalb er abgesetzt wurde (siehe Links).

Nun will das Westschweizer Wirtschaftsmagazin «Bilan» wissen, warum es zum Eklat kam. Urssprünglich hätte Investmentbanker John Costas CEO werden sollen. Peter Wuffli seinerseits wäre zum Verwaltungsratspräsidenten aufgestiegen.

2004 hätte Costas UBS-CEO werden sollen

Doch es kam anders. 2004 soll der Verwaltungsrat entschieden haben, Costas zu übergehen. Der Grund: Die UBS wollte nicht einen Amerikaner zum CEO der grössten Schweizer Bank machen. Offenbar wäre Costas aber laut «Bilan» bereit gewesen, seine US-Staatsbürgerschaft abzulegen.

Solange die Aussicht auf das Verwaltungsratspräsidium im Raum stand, konnte Wuffli mit Costas leben. So weit kam es jedoch nie, weil es innerhalb der UBS verschiedene Ansichten über den Umgang mit Risiken gab.

Costas und Wuffli lieferten sich einen Machtkampf

Costas wollte die hohen Risiken im Investmentbanking in eine separate Geschäftseinheit ausgliedern. Da Wuffli sich zusehends im Sandwich zwischen Costas und dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel fühlte, nahm er diese Idee auf und bestärkte Costas, diese Einheit so rasch wie möglich zu gründen. Daraus wurde Dillon Read Capital Management (DRCM) - ein Hedge-Fund, der unabhängig von der UBS operierte, und wohin man die besten Händler der Bank abgezogen hatte.

Mit DRCM ging Wuffli davon aus, Costas loswerden zu können. Als der Hedge Fonds für Negativschlagzeilen sorgte, setzte Wuffli Costas unter Druck, sodass dieser im Mai 2007 die Bank verliess. Nicht aber ohne vorher beim Verwaltungsrat vorgesprochen zu haben und darauf hinzuweisen, dass es Wufflis Idee war, den Hedge-Fund DRCM so rasch und riskant ins Leben zu rufen.

Dies soll dazu geführt haben, dass der Verwaltungsrat eine Untersuchung durchführte. Dies fiel für Peter Wuffli negativ aus. So geriet seine Position als CEO ins Wanken und der Plan, Wuffli zum Präsidenten der UBS zu machen, verflüchtigte sich. Daraufhin kam es in Valencia zur legendären UBS-Verwaltungsratssitzung. Dort wurde beschlossen, Wuffli auszubooten und Marcel Rohner zum CEO zu ernennen.

Costas wollte zu dem Artikel keine Stellung nehmen. Wuffli hat die These als «unkorrekt» bezeichnet. Quellen werden in dem Bericht keine genannt. (muv)