Messfahrzeuge
«Wir holen die Strasse ins Büro»

Beim Unterhalt von Strassen stellt sich oftmals die Frage: Welche Strecke bedarf am Dringlichstein einer Sanierung? Die Firma IMP Bautest AG aus Oberbuchsiten findet für den Bund Antworten auf diese Frage. Sie überprüft noch bis Ende September alle insgesamt 7000 Kilometer langen Nationalstrassen mit neusten Messfahrzeugen.

Merken
Drucken
Teilen
Firma

Firma

Solothurner Zeitung

Kim Allemann

Wer regelmässig mit Auto, Velo oder Bus unterwegs ist, wünscht sich Strassen ohne Schlaglöcher, ohne Risse, ohne Spurrillen. Denn gerade letztere - meist durch das Gewicht schwerer Fahrzeuge verursacht - können sich bei Regen mit Wasser füllen, Aquaplaning begünstigen und zu schweren Unfällen führen.

Einwandfreie Strassen setzt sich auch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) zum Ziel. Es hat der Firma IMP Bautest AG aus Oberbuchsiten den Auftrag erteilt, sämtliche Nationalstrassen auf Fahrbahn-Oberflächenschäden, -Unebenheiten, Textur, Griffigkeit und Lärmverhalten zu überprüfen. «Die Erfassung dieser Messdaten wird als Pavement Management bezeichnet», erklärt Wolf-Henrik von Loeben, von IMP Bautest AG an der gestrigen Informationsveranstaltung im Werkhof Oensingen.

Von Pavement Management System (PMS) wiederum sei die Rede, wenn die ermittelten Daten in einem EDV-System erfasst würden. Dieses könne Aussagen darüber machen, welche Strasse am Dringlichsten erneuert werden muss, wann an einer bestimmte Strecke etwas zu machen ist und was konkret daran unterhalten werden muss. «Für die Budgetplanung und Instandhaltung der Strassen ist dieses System ein grosser Fortschritt», betont Christian Angst, Geschäftsführer der IMP Bautest AG.

Hightech-Fahrzeuge liefern Daten

Rund 7000 Kilometer werden mit drei verschiedenen Messfahrzeugen abgefahren und so Daten über die Nationalstrassen ermittelt. Sieben Hochleistungsrechner und drei Bildschirme befinden sich etwa im Automatic Road Analyzer (ARAN). Das Fahrzeug, das von aussen wie ein grosser Lieferwagen anmutet, ist innen drin zum Hightech-Mobil ausgebaut. Laser auf der Rückseite des Wagens, messen Unebenheiten der Strasse und machen so beispielsweise Spurrillen deutlich.

Zudem wird mittels zweier Kameras, die sich vorne und hinten im Fahrzeug befinden, die Strasse gefilmt. Ist die Strasse an einer Stelle uneben, kann mit einem Klick auf die Messkurve das entsprechende Bild abgerufen werden. Angst erklärt den Vorteil der PMS: «Dank den Messdaten ist es uns möglich die Strassen im Computer zu visualisieren. Das heisst wir holen die Strasse ins Büro. So können wir sie am Arbeitsplatz detailliert betrachten und damit arbeiten.»

Per Computer könne ausgerechnet werden, in welchen Strassenunterhalt wieviel Geld gesteckt werden müsse. «Es ist wichtig, die Instandsetzung einer Strasse nicht aufzuschieben. Denn der Schaden wächst nicht linear, sondern vervielfacht sich mit der Zeit und mit ihm auch die Kosten», sagt Angst und ergänzt schmunzelnd: «Das ist wie ein Besuch beim Zahnarzt, den sollte man bei Zahnschmerzen auch nicht hinauszögern.»