«Wir sind hier langfristig engagiert»

Michael Tojner, VR-Präsident der Alu Menziken-Mutterholding Montana, schenkt Hoffnung zu Weihnachten.

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Aargauer Zeitung

Peter Siegrist

Michael Tojner schlug am Weihnachtsessen vor der Belegschaft der Alu Menziken hoffnungsvolle Töne an - ebenso im Interview mit der AZ.

Herr Tojner, welche Weihnachtsbotschaft bringen Sie den Mitarbeitern der Alu?
Michael Tojner: Wir werden in Reinach wieder investieren und expandieren. Es kann uns jeder beim Wort nehmen, wir sind hier langfristig engagiert.

Und das sagen Sie am Ende eines Krisenjahres?
Tojner: Ich glaube, dass Wirtschaftslage 2011 noch schwierig bleiben wird, aber wir werden sicher in den nächsten zwei Jahren eine Aufwärtsbewegung haben. Mit Roland Gloor haben wir einen Chef gefunden, der auch die Belegschaft gut versteht und gut führt. Wir haben in diesen Tagen einen Grossauftrag bekommen, und wir werden nächstes Jahr sicher einen besseren Umsatz erzielen und wieder positive Zahlen schreiben.

Sie zeichnen also einen Silberstreifen an den Winterhimmel?
Tojner: Einen Silberstreifen, ja, aber wir reden noch nicht vom wolkenlosen Himmel.

Sind Sie bereit, die Firma zu stärken und die Arbeitsplätzezu sichern?
Tojner: Wir haben ein Zukunftskonzept. Auch in der Schweiz darf niemand Angst haben. Wir haben in Rumänien neu eine Alu-Verarbeitung, das ist eine Synergie. Wir können die hochwertigen Teile in der Schweiz erzeugen und die Billigprodukte aus Rumänien beziehen. Gemeinsam werden wir stärker. Wir werden in Reinach wieder Arbeitsplätze zulegen. Es gibt keine Verlagerungsgedanken.

Sie wurden in der Presse auch als Finanzjongleur, als Heuschrecke bezeichnet. Dürfen die Mitarbeiter in Reinach-Menziken auf Sie zählen? Stehen Sie als Wiener zum Standort Schweiz?
Tojner: Meine Tochter bekam eine Schweizer Mütze geschenkt und trägt die dauernd. Ich schätze die Schweiz. Sie ist ein Vorbild, was Demokratie und soziales Verständnis betrifft. Wir haben hier und in den USA personalkostenintensive Werke, wir haben in Rumänien ein Tiefkostenwerk. Der ganze Verbund wird in sich stark wachsen, und davon wird auch die Schweiz profitieren.

Haben Sie mit der Montana vor, in der Schweiz noch weiter Firmen zu sich zu holen?
Tojner: Wir schauen im Aluminiumbereich, die eine oder andere Verstärkung an, so dass die Alu Menziken Gruppe, die einmal sehr stark war, wieder stärker wird. Konkrete Verhandlungen zur Stärkung unserer Präsenz in der Schweiz laufen bereits.

Sie machen dem Standort Reinach-Menziken Hoffnungen?
Tojner: Nicht nur Hoffnungen. Wir haben konkrete Absichten, den Standort zu stärken. Natürlich war zuerst ein doppelter Schock da: Der extreme Wirtschaftsabschwung, der uns getroffen hat und die Neuorientierung, Neustrukturierung der Alu Menziken Gruppe.

Wie sieht es bei den Mitarbeiterzahlen aus?
Tojner: Auf der heutigen Basis, wir sind von 500 auf 400 Leute hinunter gefahren, haben aber im Werk die Kapazität bis zu 30 000 Tonnen. Wir werden in 5 bis 6 Jahren mehr Mitarbeiter haben als heute, auch mehr als wir übernommen haben.

Herr Tojner, sind Sie also doch mehr Patron als Financier?
Tojner: Das kann man so sehen. Unser Finanzchef sieht mich als Nachfolger des Herrn Gautschi. Ich bin der bestimmende Aktionär der Montana. Diese Gesellschaft ist nicht gegründet worden für den An- und Verkauf von Firmen.