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UBS-Zentralschweiz-Chefin: «Wir wollen alle Kunden»

Seit diesem Frühling ist Claudia Gasser Regionaldirektorin Zentralschweiz der UBS. Sie will auf dem hiesigen Bankenplatz auch um den kleinen Kunden kämpfen und einen speziellen Fokus auf die Frauen legen.
Roman Schenkel
Lernte die Schweiz einst in den Ferien kennen. Heute verantwortet Claudia Gasser als Regionaldirektorin die Geschäfte der UBS in der Zentralschweiz. (Bild: Nadia Schärli)

Lernte die Schweiz einst in den Ferien kennen. Heute verantwortet Claudia Gasser als Regionaldirektorin die Geschäfte der UBS in der Zentralschweiz. (Bild: Nadia Schärli)

Von der Schweiz in die weite Welt, so verläuft die klassische Karriere bei der Grossbank UBS. Bei Claudia Gasser verläuft die Entwicklung gerade umgekehrt. Seit Mai 2018 ist die 44-Jährige Regionaldirektorin Zentralschweiz der UBS, zuvor war sie während 20 Jahren im internationalen Geschäft der Grossbank tätig. Dass sie im internationalen Bereich der UBS gelandet ist, ist kein Zufall. Dass es sie nun in die Zentralschweiz verschlagen hat, auch nicht. Gasser kommt eigentlich aus der Ostschweiz.

Ihre Mutter stammt aus Heris­au, ihr Vater aus Rebstein St. Gallen. Er arbeitete bei Bischoff Textil AG, der Traditionsstickerei, die vor Wochenfrist die Verlagerung der Produktion nach Fernost angekündigt hatte. 1971 schickte ihn Bischoff Textil nach Johannesburg in Südafrika. Dort wächst Claudia Gasser auf. Dass die Schweizerin heute hochdeutsch spricht, liegt am Besuch der Deutschen Internationalen Schule in Johannesburg. «Ich wechsle je nach Situation in die Mundart, beruflich fühle ich mich aber wohler im Hochdeutschen», sagt sie. Ihre Mutter habe stets schweizerdeutsch mit ihr und ihrer Schwester gesprochen. Eigentlich sei aber Englisch ihre Muttersprache, sagt Gasser.

Schnell gelernt, dass Zug nicht gleich Luzern ist

Sie hat gute Erinnerungen an Südafrika. Das Land war damals im Aufbruch, wirtschaftlich, aber auch politisch. Die aktuellen Probleme des Landes – die Trinkwasserknappheit, die Querelen in der Politik – stimmten sie traurig. «Es läuft derzeit viel falsch in Südafrika», sagt sie. Die Schweiz lernte sie in den Ferien kennen. In ihren ersten zehn Lebensjahren reist die Familie regelmässig im Winter zum Skifahren in die Schweiz. «Danach sind wir immer im Sommer gekommen, mit ein Grund, dass ich mich heute auf Schnee nicht wie eine Schweizerin bewege. Ski fahre ich nicht sehr stilvoll», erzählt sie im Gespräch.

Mit 24 Jahren, ein angefangenes Studium in Psychologie und ein abgeschlossenes in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche, kam Gasser 1998 alleine in die Schweiz. Sie hatte die feste Absicht, im Bankgeschäft Fuss zu fassen. Gewohnt hat sie zuerst bei einem Bekannten in Einsiedeln. «In Südafrika meinte man, das sei der ideale Wohnort, um nach Zürich zu pendeln», sagt sie lachend. Lange bleibt sie nicht im Wallfahrtsort, sie zieht nach ­Zürich und beginnt bei der UBS. Dort lernt sie das Private Banking von der Pike auf kennen: Assistenz, Kundenberaterin, Markt­beraterin – Stufe für Stufe steigt sie in der internationalen Sparte die Karriereleiter empor. «Ich hatte sowohl Kundenkontakt wie auch viele Funktionen im Management», sagt Gasser. Sie versteht das Geschäft, weiss aber, wie die Bank tickt. Gute Voraussetzungen für höhere Chargen.

«Mein Mann hält mir den Rücken frei»

Anfang 2018 wechselt sie dann in die Zentralschweiz, wo sie das Private Banking übernimmt. Sie hatte einen Onkel in Zug und kannte die Region von früheren Besuchen. «Der Wechsel hat mich gereizt, es ist eine spannende Region», sagt sie. Zug, Luzern und Schwyz seien im schweizweiten Vergleich unter den Top 5, was das Wachstum ­anbelangt. In der Vermögensverwaltung hätten alle Kunden ähnliche Bedürfnisse. «Gerade in der Zentralschweiz sind die kulturellen Unterschiede aber gross.» Sie habe schnell gelernt, dass Zug nicht gleich Luzern sei. Bei Kunden, die näher bei Zürich wohnen, sei oft das Tempo und die Präzision einer Anlage entscheidend, je weiter weg, desto wichtiger sei der persönliche Kontakt zwischen Kundenberater und Kunden. «In der Zentralschweiz braucht es etwas länger, um das Vertrauen des Kunden zu gewinnen», sagt Gasser, die im Mai auch gleich die Leitung für die Regionaldirektion übernommen hat, nachdem ihre Vorgängerin Susanne Thellung in die Zentrale an die Zürcher Bahnhofstrasse gewechselt hatte.

Seither ist sie indirekt verantwortlich für 340 Mitarbeitende und 70 Lernende. Direkt führt sie die Mitarbeiter vom Wealth Management der Region Zentralschweiz. Keine einfache Aufgabe für eine Mutter von zwei fünfjährigen Zwillingsmädchen. Ihr Mann halte ihr den Rücken frei. «Sonst würde das nicht funktionieren», sagt sie. Zehn Regionaldirektionen hat die UBS, nur die Zentralschweiz wird von einer Frau geleitet. Ob es ihr geholfen habe, die Stelle zu bekommen, weil auch ihre Vorgängerin eine Frau war? «Das denke ich nicht, die Wahl fiel auf mich, weil meine Qualifikationen gestimmt haben», sagt sie selbstbewusst. Sie will intern weibliche Karrieren fördern, aber auch extern will sie Frauen verstärkt in den Fokus nehmen. «Es ist doch ein Klischee, dass die Männer in Geldangelegenheiten stets das Sagen haben, dabei sind es doch auch oft die Frauen, die in einer Familie in Sachen Finanzen den Überblick haben», erklärt die Bankerin.

In der Zentralschweiz sieht Claudia Gasser besonders die Kantonalbanken als starke Konkurrenz. Gasser will hier aber verstärkt mitmischen. «Oft höre ich das Vorurteil, die UBS wolle doch nur die grossen Kunden. Das trifft nicht zu. Wir wollen alle Kunden», betont sie. Die Nähe der UBS zur Region zeige sich an der Anzahl Filialen. 19 Filialen betreibt die UBS in den sechs Zentralschweizer Kantonen. «18 von 19 Filialleiter wohnen dabei vor Ort», sagt Gasser. Das sei wichtig, auf dieses Netzwerk könne die Bank und auch sie als Regionalleiterin bauen. In ihrer Funktion sei es wichtig, gut vernetzt zu sein. Dafür investiert sie aktuell viel Zeit. Sie ist Mitglied bei der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz, engagiert sich in der Konzerthausstiftung des KKL und ist an Anlässen in der Region präsent.

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