WIRTSCHAFT: Luzerner Kantonalbank schraubt Gewinn auf Rekordhöhe

Die börsenkotierte Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat 2016 das beste Ergebnis ihrer 166-jährigen Geschichte erzielt. Die Bank konnte den Gewinn um 3,6 Prozent auf 186,6 Millionen Franken steigern. Für das laufende Jahr wird ein Ergebnis in ähnlicher Höhe angestrebt.

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CEO Daniel Salzmann und Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 31. Januar 2017))

CEO Daniel Salzmann und Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 31. Januar 2017))

Verwaltungsratspräsident Mark Bachmann sprach am Dienstag in Luzern gegenüber den Medien von einem "ansehnlichen Ergebnis", das 2016 erzielt worden sei, dies trotz eines anspruchsvollen Umfeldes. Die Zielsetzungen bezüglich Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Aktionärsnutzen seien alle erreicht worden.

Die Aktionäre sollen von dem Rekordgewinn profitieren, indem ihnen eine um 0,50 Franken erhöhte Dividende von 11,50 Franken je Aktie ausbezahlt wird. Der Kanton ist mit einem Anteil von 61,5 Prozent Mehrheitsaktionär der Bank. Er wird von ihr total über 70 Millionen Franken Dividenden, Abgeltung der Staatsgarantie und Steuern erhalten. Total liefert die LUKB dem Bund, dem Kanton Luzern sowie dessen Einwohner- und Kirchgemeinden 30,5 Millionen Franken Steuern ab.

Bankdirektor Daniel Salzmann bezeichnete die Ertragslage der Bank als "stark". Der Geschäftsertrag nahm 2016 um 4,2 Prozent auf 446,9 Millionen Franken zu. Herausfordernd waren gemäss der LUKB-Spitze die Frankenstärke, die Negativzinsen und der deswegen verschärfte Wettbewerb in der Finanzbranche.

Einnahmen aus Negativzinsen

Im Zinsengeschäft, dem stärksten Ertragspfeiler der LUKB, konnte der Nettoerfolg um 5,0 Prozent auf 318,9 Millionen Franken gesteigert werden. Als Gründe für das Wachstum wurden ein grösseres Geschäftsvolumen, rückläufige Absicherungskosten und Einnahmen aus Negativzinsen genannt.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahm um 31,8 Prozent auf 29,6 Millionen Franken zu. Der Erfolg des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts blieb mit 82,4 Millionen knapp unter dem Vorjahresniveau.

Der Geschäftsaufwand stieg um 4,6 Prozent auf 216,0 Millionen Franken an. Verantwortlich für das Wachstum ist ein Personalaufbau wegen einer laufenden Strategieumsetzung.

Immobilienpreise im Fokus

Die Wertberichtigungen für das Kreditgeschäft blieben mit 8,2 Millionen Franken zwischen den Werten von 2015 (2,8 Millionen Franken) und 2014 (12,2 Millionen Franken). Mit Blick auf die Immobilienpreisentwicklung könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Wertberichtigungen mittelfristig wieder höher ausfallen könnten, sagte Finanzchef Marcel Hurschler.

Die Kundenausleihungen der LUKB stiegen im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 26,8 Milliarden Franken. Vom Wachstum von 1,331 Milliarden Franken entfielen 1,154 Milliarden Franken auf Hypothekarkredite.

Die gesamten von der Kantonalbank verwalteten Kundenvermögen beziffert die LUKB auf 28,2 Milliarden Franken. Dabei flossen der Bank mit 838 Millionen Franken deutlich mehr neue Kundengelder zu als im Vorjahr (668 Millionen Franken).

Für das laufende Geschäftsjahr 2017 gibt sich die Bank "vorsichtig optimistisch". Ohne unvorhergesehene Ereignisse strebe man ein Ergebnis in der Grössenordnung von 2016 an, erklärte Salzmann. Der erwartete höhere Geschäftsaufwand und die höheren Abschreibungen sollen durch ein höheres Zinsenergebnis kompensiert werden. Der Umgang mit den Negativzinsen werde eine Herausforderung bleiben.

Mark Bachmann wird auf die Generalversammlung vom 12. April 2017 als Verwaltungsratspräsident zurücktreten. Er gehörte dem Gremium zwölf Jahre an, davon sechs als Präsident. Nachfolgerin soll die Juristin und LUKB-Verwaltungsrätin Doris Russi Schurter werden.

sda