WIRTSCHAFT: «Wearables»: Krankenkassen warten noch ab

Wie fördern Schweizer Krankenkassen die Nutzung von Fitness-Armbändern? Die Antworten der einzelnen Kassen im Überblick.

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Swica: Für Kunden werden momentan keine Aktionen angeboten, Vergünstigungen auf "Wearables" sind jedoch künftig geplant. Swica-Mitarbeitende erhalten seit rund drei Monaten Fitbit-Armbänder zu vergünstigten Preisen. Der Preisnachlass bewegt sich zwischen 40 und 50 Prozent. In firmeninternen Gesundheitswettbewerben können sie sich anhand der aufgezeichneten Schritte alleine oder im Team mit anderen Teilnehmenden messen. Für 2016  ist zudem die Lancierung einer umfassenden Online-Gesundheitsplattform geplant. Diese soll die Verwaltung von Gesundheitsdaten ermöglichen, Information zu Gesundheitsthemen, Coaching-Funktionen und spielerische Elemente enthalten. Im Zuge dieser Lancierung ist auch vorgesehen, Fitbit-Armbänder oder «Wearables» anderer Anbieter vergünstigt anzubieten. Auch sollen die gängigsten Sport-Apps mit der Plattform synchronisiert werden können.

Concordia: Die Luzerner Kasse vergütet aktuell keine Beiträge an Fitnessarmbänder oder Smartwatches. Konkrete Massnahmen sind derzeit nicht geplant. Je nach Marktentwicklung will die Concordia zu einem späteren Zeitpunkt die Aufnahme dieser Leistungen in den Leistungskatalog prüfen.

CSS: Die CSS subventioniert direkt keine Fitness-Armbänder, bietet aber allen Versicherten im Vivit Online Shop ein solches Gerät von Polar sowie den Teilnehmern des aktivitätsfördernden «MyStep»-Pilotprojekts Sonderkonditionen für Fitness-Armbänder von Fitbit an, die mit dem Anbieter direkt verhandelt wurden.

Sympany:  Beiträge an elektronische Armbänder oder Uhren sind nicht vorgesehen. Die Krankenkasse beteiligt sich aber - wie die meisten anderen Kassen auch - an den Mitgliederbeiträgen für Fitness-Center, die von professionellen Instrukteuren geleitet werden. Mit dem Kauf von elektronischen Geräten alleine sei eine begleitete und individuell abgestimmte Prävention nicht gewährleistet, argumentiert Sympany.

Atupri: Leistungen an solche Geräte sind zurzeit in nicht vorgesehen. Die Krankenkasse verfolgt die Entwicklung aber laufend. Ob zukünftig auch solche Produkte unterstützt werden, kann Atupri noch nicht abschätzen.

KPT: Leistungen an Fitness-Armbänder sind nicht vorgesehen. Kunden können aber in der Kundenzeitschrift von Spezialpreisen profitieren. So konnten Sie in der Vergangenheit beispielsweise ein Fitbit-Armband zu einem vergünstigten Preis erwerben.

Visana: Aktuell bezahlt die Krankenkasse keinen Beitrag an «Wearables». Die Visana beobachtet die weitere Trend-Entwicklung und will entsprechend darauf reagieren.

Helsana: Helsana subventioniert bis auf weiteres keine Fitness-Wearables aus Prämiengeldern. Bisher sei der Nutzenausweis dieser Geräte nicht erbracht und die Qualitätssicherung erfolge lückenhaft und intransparent, argumentiert die Kasse und behält die Entwicklung im Auge.

Sanitas: Die Krankenkasse gewährt aktuell keine finanziellen Beiträge an den Kauf von Fitnessarmbändern, Smart Watches  oder ähnlichen «Wearables». Man beobachte den Trend sehr eng und prüfe laufend, welche neuen Angebote, Dienstleistungen und Apps für Kunden interessant sein könnten. Dem Bereich Bewegung und Fitness komme dabei eine hohe Bedeutung zu. Es ist noch offen, wie ein mögliches neues Angebot ausgestaltet wäre und wann es eingeführt werden könnte.

ÖKK: Die ÖKK verfolgt die Entwicklung der Digitalisierung im Gesundheitsbereich nach eigenen Angaben aufmerksam. Zurzeit laufen bei der ÖKK aber keine konkreten Massnahmen diesbezüglich.

Groupe Mutuel:Die Zusatzversicherungen der Groupe Mutuel sehen keine Rückerstattung oder Kostenbeteiligung für Smartwatches, Fitness-Tracker oder Fitness-Apps vor. Es sind jedoch in naher Zukunft Projekte geplant. Die Groupe Mutuel bietet ausserdem den Versicherten regelmässig "Smart Objects" zum Spezialpreis an. Die Rabatte auf diese Artikel werden von den Herstellern finanziert (Fitbit, Garmin, usw.). 

Zusammenstellung Maurizio Minetti