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Wo Familien das Sagen haben

Börsenfirmen In Europa gibt es fast 900 börsenkotierte Familienunternehmen. Grossinvestoren und Kleinaktionäre über die Landesgrenzen hinaus sind an den Firmen beteiligt. Die Kontrollmehrheit und die strategische Führung liegt jedoch bei einer Unternehmerfamilie.

Möglich macht dieses Modell der Besitzerstruktur und Investitionsart das Aktienrecht, das beispielsweise vorsieht, dass privilegierte Aktien ein höheres Stimmrecht aufweisen als andere Aktien, die den gleichen Kapitalanteil repräsentieren. Vereinzelt geben Firmen auch Beteiligungspapiere ohne Stimmrecht heraus – so zum Beispiel beim Pharmakonzern Roche (Genussschein) oder beim Lifthersteller Schindler (Partizipationsschein). Die Kapitalstruktur mit verschiedenen Aktien ermöglicht es einem familiengeführten Unternehmen, sich für die Börse zu öffnen und so neue finanzielle Mittel zu erschliessen. Das Risiko wird verteilt, gleichzeitig behält die Familie die Kontrolle. Kleinaktionäre und institutionelle Anleger (Pensionskassen, Fonds) profitieren wiederum von der Wertsteigerung und Dividendenausschüttungen.

Die vielerorts überdurchschnittliche Performance spricht für familienkontrollierte Firmen: Die Hauptaktionäre ziehen eine nachhaltige Geschäftspolitik dem kurzfristigen Gewinnstreben vor. Roche ist das grösste börsennotierte Familienunternehmen Europas. Weitere Beispiele aus der Schweiz sind Swatch, Schindler, Metall Zug, Sika. (eme)

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